Sicherheitstipps für Rasenmäher, Heckenschere & Co.

Endlich schönes Wetter: den Hobbygärtner zieht es hinaus in den grünenden und blühenden Garten, denn dort gibt es eine Menge zu tun: Rasen und Hecke müssen gestutzt werden, Holzvorräte sind aufzufüllen und Blumenbeete anzulegen. Statt Freizeitspaß ziehen sich jedoch jedes Jahr bis zu 200.000 Menschen den Unfallfrust zu. Zu den häufigsten Unfällen zählen der Sturz von der Leiter, Verletzungen mit scharfen und spitzen Gegenständen und Stromunfälle. Unsere Sicherheitstipps sollen Ihnen helfen, gesund zu bleiben und auch finanzielle Schäden zu vermeiden. Denn Hobbygärtner sind in keiner gesetzlichen Unfallversicherung erfasst; eine Reha-Maßnahme nach dem Unfall wird also von der Krankenkasse möglicherweise nicht bezahlt.


Geräte in Ordnung?

Nutzen Sie Gartengeräte, die das CE-, GS- oder VDE-Zeichen tragen. CE bedeutet, dass die grundlegenden Sicherheitsanforderungen der Europäischen Union eingehalten werden. Unabhängig geprüfte Geräte tragen das GS-Zeichen. Das VDE-Siegel bedeutet, dass die Schutzbestimmungen des Verbands Deutscher Elektrotechniker erfüllt werden. Checken Sie vor Gebrauch die Kabel, Befestigungsteile. Ist die Isolation überall in Ordnung? Sind alle Gerätedeckel und Schutzvorrichtungen (Prallbleche, Grasfangvorrichtungen) sicher befestigt? Lassen Sie die Messer nachschleifen, wenn sie stumpf sind. Bei allen Wartungen und Reinigungen müssen Sie die elektrischen Geräte unbedingt vom Netz trennen! Verwenden Sie Verlängerungskabel und Kabeltrommeln, die für den Gebrauch im Freien geeignet sind. Zum Schutz gegen Kurzschluss sollten Außensteckdosen witterungsfest und spritzwassergeschützt sein.

FI-Schalter vorhanden?

Für den Elektroanschluss im Außenbereich empfiehlt sich ein eigens abgesicherter Stromkreis mit Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter). Bei dieser Technik wird der beim Gerät ankommende mit dem zurückfließenden Strom verglichen. Die Summe muss Null betragen. Ansonsten löst der FI-Schalter binnen Zehntelsekunden aus und trennt den überwachten Stromkreis vom restlichen Netz. So sind Sie gegen die Gefahr eines Stromschlags gesichert. Im Übrigen sind FI-Schalter bei Stromkreisen, die den Außenbereich versorgen, zwingend vorgeschrieben. Alle FI-Schalter sind mit einer Prüftaste ausgestattet, die eine Funktionsprüfung zulässt. Dieser Test soll alle sechs Monate von einem sachkundigen Benutzer durchgeführt werden. Lassen Sie sich also von ihrem Elektroinstallateur in das Prüfverfahren einweisen oder beauftragen Sie ihn damit.

Rasenmähen angesagt?

Elektrogeräte und Wasser vertragen sich nicht. Mähen Sie also ihren nassen Rasen nie mit dem Elektromäher. Auch beim Benzinmäher sollten Sie warten, bis der Rasen nicht mehr allzu feucht ist, denn sonst verstopft er zu schnell den Auswurf. Elektrorasenmäher arbeiten leise und sauber, es besteht jedoch die Gefahr, dass man das Kabel mit den Messern verletzt. Deshalb sollten Sie immer ein Extra-Augenmerk auf das mitgeführte Netzkabel halten. Eine Alternative ist der Akku-Rasenmäher - Akkus der neuesten Generation sind schon sehr leistungsstark. Bei Benzinrasenmähern den Treibstoff erst einfüllen, wenn das Gerät ausgekühlt ist! Reparieren und reinigen Sie den Rasenmäher und den Kantenschneider nur bei gezogenem Netzstecker oder Zündkerzenstecker.

Hecke stutzen?

Die Heckenschere sollte auf jeden Fall das GS- oder VDE-Zeichen tragen. Am besten sind Geräte mit Zweihand-Sicherheitsschaltung. Sie sind gegen unbeabsichtigtes Einschalten geschützt. Tragen Sie das Stromkabel am besten über der Schulter, damit Sie es nicht versehentlich zerschneiden. Das Kabel sollte immer am schon beschnittenen Teil der Hecke entlanglaufen - auch das ist ein Schutz gegen Zerschneiden. Der Motor läuft nach dem Ausschalten meist nach. Greifen Sie deshalb nicht in die Schermesser.

Holz spalten?

Elektrische oder Motor-Holzspalter haben heute umfangreiche Sicherheitseinrichtungen - zum Glück. Denn mit den heute verbotenen (!!!) Spaltdornen kamen sogar Menschen zu Tode. Man sollte sich besonders bei Holzspaltern und anderen "Power-Geräten" unbedingt an die Gebrauchsanweisung halten und Schutzkleidung plus Schutzbrille tragen. Beim Umgang mit der Motorsäge helfen Hosen mit Schnittschutz, Verletzungen zu vermeiden. Beachten Sie, dass umherfliegende Teile ein großes Verletzungsrisiko bedeuten! Was im Wald gilt, sollte auch im Garten beherzigt werden: Lassen Sie sich im Umgang mit der großen Motorsäge unterweisen und erwerben Sie das "Kettensägen-Diplom".

Fit für den Garten?

Tragen Sie bei der Gartenarbeit festes Schuhwerk und am besten lange Hosen. Sorgen Sie für festen Stand, vor allem auf Leitern. Wackelige und schadhafte Leitern sind der Unfallherd Nummer Eins! Beim Baumschnitt in luftiger Höhe sollten Sie angegurtet sein. Arbeiten Sie Rücken schonend (die Bandscheibe!) und nutzen Sie für schwere Lasten auch auf kurzen Wegen die Schubkarre. Gartengeräte am langen Stiel sind die bessere Wahl - Sie müssen dann nicht gebückt arbeiten. Wechseln Sie die Arbeiten ab, damit Muskeln nicht durch immer dieselbe Bewegung überfordert werden - und überfordern Sie sich nach einem gemütlichen Winter auf der Couch nicht zu sehr! Ihr Körper sollte sich Stück für Stück an die Beanspruchung gewöhnen. Wenn Sie nicht mehr konzentriert arbeiten können, legen Sie eine Pause ein! Nichts ist unfallträchtiger als der Gedanke "Nur eben schnell noch dies und das machen ..." Sorgen Sie auch für Sonnenschutz und genügend Flüssigkeit bei der ungewohnten körperlichen Anstrengung. Lassen Sie Ihren Tetanus-Impfschutz regelmäßig auffrischen und füllen Sie den Verbandskasten auf. Schauen Sie nach getaner Arbeit, ob Zecken an ihrem Körper haften und entfernen Sie sie fachmännisch.

Und die Kinder?

Kinder wollen im Garten helfen. Deren Engagement ist einerseits pädagogisch wichtig, andererseits aber gefährlich. Deshalb:

  • Räumen Sie Gartengeräte immer gleich wieder weg und lassen Sie die Kinder ihre Spielsachen ebenfalls nach Gebrauch wegräumen - sie werden sonst zu Stolperfallen!
  • Lassen Sie niemals ein elektrisches Gerät unbeaufsichtigt am Netz!
  • Verschließen Sie Außensteckdosen mit entsprechenden Sicherungen!
  • Sichern Sie das Gartentor, damit Kinder nicht auf die Straße laufen können!
  • Decken Sie die Regentonne zu und versperren Sie kleinen Kindern den Weg an den Gastenteich - beispielsweise durch einen Zaun.
  • Verbannen Sie Giftpflanzen aus Ihrem Garten!
  • Verwahren Sie Chemikalien sicher!
  • Nehmen Sie Kinder außer Reichweite, wenn Sie gefährliche Arbeiten verrichten und ausholende Bewegungen machen, z. B. mit der Motorsense arbeiten, Bäume entasten oder fällen, Hecken schneiden, Holz spalten!

Alles sicher? Dann viel Spaß bei der Gartenarbeit!

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