Wäscherei Merz

Nachgefragt bei Volker Burkhard, Geschäftsführer

Redaktion: Herr Burkhardt, die Wäscherei Merz revolutioniert mit einer neuen Technik die Branche. Können Sie uns erklären, was das bedeutet?

Burkhard: In Wurmberg ist die weltweit erste Wäscherei entstanden, die ohne Dampf arbeitet. Hierbei kommt eine im Wäschereigeschäft einzigartige Maschinentechnologie zum Einsatz. Die Wäsche wird nicht, wie seit jeher üblich, mit Dampf, sondern mit durch Gas erhitztem Wasser gewaschen. In herkömmlichen Wäschereien werden große Mengen Dampf in einem Kesselraum zentral erhitzt. Der heiße Dampf gelangt in Rohrleitungen zu den einzelnen Waschmaschinen. Die Abwärme entweicht dabei in der Regel ungenutzt in die Außenluft.

Anders in der neuen Waschstraße und Mangel der Wäscherei Merz. Jede Waschmaschine hat hier einen eigenen Gasbrenner. Dadurch wird die Wärme direkt dort genutzt, wo sie erzeugt wird. Es entstehen keine Transportverluste. Zum anderen können die Energiekosten dem Kunden direkt zugeordnet werden. Das erleichtert die Kalkulation. Abwärme und Abwasser werden effizient weitergenutzt. Das Abwasser- und Abwärmerecycling senkt die Energiekosten und schont gleichzeitig die Umwelt.

Redaktion:  Mit welchen Partnern haben Sie das Projekt umgesezt?

Burkard: Realisiert wurde das neue Werk von der Fachfirma Kannegiesser. Gemeinsamt mit deren Geschäftsführer, Herrn Martin Kannegiesser, entstand in Wurmberg eine Demonstrationswäscherei, die neue Maßstäbe im Bereich Umweltschutz setzen soll. Wir freuen uns, dass die Bedeutung des neuen Betriebes für die Region und das Land Baden-Württemberg auch durch die Anwesenheit von Ministerpräsidenten Günther Oettinger an der feierlichen Einweihung der Wäscherei am 13. September 2009 unterstrichen wurde.

Redaktion: Und das für die neue Technologie benötigte Gas bezieht die Wäscherei Merz von den Stadtwerken Pforzheim? 

Burkhard: Bereits seit 2005 sind wir Erdgas-Kunde der Stadtwerken Pforzheim. Schon im alten Betrieb haben wir sukzessive von Öl auf Gas umgestellt. Erdgas besitzt einen höheren Wirkungsgrad als Öl und verursacht geringere CO2-Emissionen. Die Wärmeversorgung der neuen Wäscherei in Wurmberg basiert zu 100 Prozent auf Erdgas von den SWP.

Redaktion: Durch das neue Werk stetzen Sie die jahrzentelange Tradition des Unternehmens fort.

Burkhard: Ja, und darauf sind wir besonders stolz. Das Unternehmen Merz, das im Jahre 1950 gegründet wurde, war zunächst auf das Waschen von Haushaltswäsche ausgerichtet. Angeboten wurde ein Lieferservice für private Haushalte. Seit dem Jahr 2000 haben wir den Unternehmensschwerpunkt auf die Bearbeitung von Bewohnerwäsche für Alten- und Pflegeheime verlagert und haben erfolgreich das System "Pflegeheim-Wäsche-Logistik" (pwl) eingeführt. Neben der Zielgruppe Alten- und Pflegeheime bieten wir Dienstleistungsangebote für Hotels und Restaurants sowie Krankenhäuser. Insgesamt beschäftigen wir 50 Mitarbeiter, davon sieben behinderte Menschen.

Redaktion: Herr Burkhard, vielen Dank für das Gespräch.

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