Smart Metering - High Tech im Stromzähler
Eine neue Generation "intelligenter" Stromzähler muss zurzeit den Praxis-Test in Pforzheim bestehen: In drei Testgebieten in Pforzheims City, Nord- und Oststadt beweisen 200 neue digitale Zähler ihre Präzision und Funktionsvielfalt. Bei positivem Ergebnis erneuern die SWP Zug um Zug sämtliche Zähler in Pforzheim.
- SWP stellen auf komfortable digitale Technik um
- Die Zukunft des Stromzählers
- Smart Grid - das intelligente Stromnetz
- Der erste Schritt auf einem neuen Weg
SWP stellen auf komfortable digitale Technik um
Die kleine Zähler-Drehscheibe mit der roten Markierung, die den Stromverbrauch zählte und anzeigte, geht allmählich in Rente. Denn diese Funktionen allein genügen modernen Anforderungen nicht mehr. Neue, intelligente Stromzähler können weitaus mehr: Sie erfassen den Stromverbrauch minutengenau und ermöglichen eine komfortable Auswertung. "Bei Bedarf können wir die Daten per Fernauslese ermitteln", sagt Tobias Neff, Leiter des SWP-Außendienstes. "Das hat den Vorteil, dass Kundenanfragen und Reklamationen viel besser nachvollziehbar sind. Plötzliche hohe Energieverbräuche können sogar rückwirkend ermittelt und erklärt werden." Oft sind defekte Regler in Elektrogeräten die Verursacher solcher ungewöhnlicher Verbräuche: "Wenn der Regler im Kühlschrank oder in der Nachtspeicherheizung nicht funktioniert, läuft das Gerät 24 Stunden auf Hochtouren, statt abzuschalten, wenn die Temperatur erreicht ist. Das verbraucht enorm viel Energie."
Die Zukunft des Stromzählers
In Zukunft soll den SWP-Kunden mit digitalem Zähler ein Online-Portal zur Verfügung gestellt werden. Darin kann dann ganz komfortabel der Stromverbrauch beobachtet werden - eine Maßnahme zur Kontrolle und Senkung der Verbräuche. Denn nur wer sein persönliches Energieverbrauchsverhalten kennt, kann es auch ändern und damit Geld sparen. Ein weiterer Vorteil: In den Zählern lässt sich auch eine Ein- und Abschaltfunktion für Stromkreise integrieren. "Wer also günstigen Nachtstrom nutzen möchte, kann z. B. seine Waschmaschine oder den Trockner automatisiert einschalten", beschreibt Tobias Neff die Zukunft des Stromzählers. "Und wer in Ferien fährt und bei der Kontrolle der Verbräuche auf dem Laptop sieht, dass im Haus noch Strom läuft, kann einfach gezielte Bereiche abschalten. Diese komfortable Funktion wird jetzt mit dem Einbau der neuen Zähler vorbereitet."
Schwachlastregelung
Schon jetzt gibt es bei den SWP die Möglichkeit, Nachtstrom zu einem günstigeren Tarif zu beziehen.
Wenn Sie nachts zwischen 22 und 6 Uhr viel Strom verbrauchen, können Sie sich einen Zweitarifzähler einbauen lassen und beim Nachtstrom von einem günstigeren Tarif profitieren. Damit sich die Zählergebühr für den zweiten Zähler lohnt, sollte der Stromverbrauch in der Nacht einen erheblichen Teil des Gesamtstromverbrauchs ausmachen.
Smart Grid - das intelligente Stromnetz
Wer noch weiter in die Zukunft schaut, sieht dort das "Smart Grid", das intelligente Stromnetz. Sehr viele Haushalte haben dann eigene Stromerzeuger im Keller, im Garten oder auf dem Dach - in Form einer Brennstoffzelle, eines Windrads oder einer Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung aus Sonnenlicht. Die Aufgabe für den Energieversorger wird dann sein, regenerative Einspeiser sinnvoll zum Zug kommen zu lassen - also dann, wenn die Sonne scheint, der Wind weht oder der Überschuss an Strom geeigneten Speichern zugeführt werden kann. Dabei kommt jeder Haushalt mit einem einzigen intelligenten Zähler aus, selbst wenn der Haushalt Strom abnimmt und abgibt.
Der erste Schritt auf einem neuen Weg
Derzeit gehen die SWP den ersten Schritt auf diesem Weg. Die neuen digitalen Zähler "können" Daten für Strom, Gas und Wasser erfassen. Die Daten werden mit der Powerline-Technologie an die Umspannstationen weitergegeben und dort über Datenkonzentratoren gesammelt. Das bedeutet, dass die Daten "huckepack" aufs Stromnetz gepackt werden und im zweiten Schritt blitzschnell via GPRS in der SWP-Steuerzentrale ankommen. Dort dienen sie als Grundlage für die Rechnungserstellung und - wenn gewünscht - für individuelle Beratungsdienste der SWP. Allerdings: Bis 70.000 Zähler in Pforzheim durch moderne Geräte ersetzt sind, dauert es eine Weile. "Bei neuen Anlagen ist das kein Problem, der Einbau des etwas teureren Zählers lohnt sich dann sofort", sagt Tobias Neff. "Als Nächstes kommen die Zähler dran, die ohnehin bald ausgewechselt werden müssen. Zum Schluss folgen die "neueren alten" Zähler." Der Außendienst-Leiter ist sich sicher: Wer die erweiterten Funktionen des neuen Zählers einmal ausprobiert hat, wird diesen Komfort nicht mehr missen wollen.
Datentransfer via "Powerline"-Technologie
Daten können über das Stromnetz geschickt werden, indem die Signale auf eine oder mehrere Trägerfrequenzen moduliert werden.
Der Vorteil: Vorhandene Leitungen werden mehrfach genutzt und müssen nicht neu gelegt werden.



Der neue digitale Zähler der Stadtwerke Pforzheim bietet komfortable Funktionen.