Thermografie hilft Heizkosten senken

Mehr als 100 Jahre alt ist das Haus am Rand von Straubenhardt. Das Gebäude ist teilsaniert und die Fenster wurden schon erneuert, dennoch konnten die Besitzer des Hauses an ihrer Heizkostenrechnung ablesen, dass Renovierungsmaßnahmen dringend erforderlich sind. Doch wo sollte man anfangen? Eine Energieberatung bei den SWP zeigte eine Hilfsmaßnahme auf: Eine Thermografie-Aufnahme sollte Aufschluss über die Wärmeverluste bringen.


Ein altes Haus wird energetisch saniert

Bei einer Thermografie-Aufnahme setzt die Wärmebildkamera die Temperaturen an den Außenseiten des Hauses in definierte Farben um. Rot bedeutet: hohe Temperatur an den Oberflächen des Hauses und damit ein zu hoher Wärmedurchgang von der Innenseite des Hauses zur Außenseite. Dabei werden keine genauen Absoluttemperaturen bestimmt, wohl aber Temperaturunterschiede zwischen den Bauteiloberflächen. So wird klar, wo die örtlich begrenzten Kältebrücken liegen.

Dies funktioniert natürlich nur, wenn die Außentemperatur wenige Plusgrade aufweist und das Haus beheizt wird. Deshalb finden Thermografie-Aufnahmen im Winter bei Dunkelheit statt, am besten ohne Nebel, Regen oder Schnee. Das Gebäude durfte auch einen ausreichenden Zeitraum vor der Messung nicht direkt von der Sonne bestrahlt werden. Diese Bedingungen waren in Straubenhardt an einem Novembertag 2008 erfüllt, und Experten und Besitzer waren gleichermaßen gespannt auf das Ergebnis der Aufnahmen. Das Gebäude wurde von allen Seiten aufgenommen, auch Details wie beispielsweise Giebel und Dachflächen.

 

 

Dach, Wände, Kellerdecke

Kältebrücken zeigten sich zunächst an den verputzten Giebelseiten. Außerdem ließ die Verbindung zwischen der Außenwand Giebelseite und dem Dach zu viel Wärme entweichen. Auch die Holzbalkendecke zwischen Erdgeschoss und erstem Obergeschoss war mit der Wärmebildkamera deutlich auszumachen. Die Bilder der Außenwandflächen zeigten deutlich, dass einige Fenster zu viel Wärme durchlassen. Das Dach dagegen, das schon isoliert ist, zeigte keine Wärmebrücken, ein deutliches Zeichen für die Effizienz dieser Maßnahme.

Nun überlegen die Besitzer, welche Maßnahmen am besten geeignet sind, den Wärmefluss nach draußen zu minimieren und so Heizkosten zu sparen. Folgende Möglichkeiten bieten sich an: Die Außenwände sollen auf einen guten Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,35 W/m2K gebracht werden. Diesen Wert verlangt die Energieeinsparverordnung (EnEV) bei der Renovierung eines Bestandsgebäudes. Auch für eine zweite Maßnahme holen die Hausherren Angebote ein: Die Fenster sollen erneuert werden, wobei der von der EnEV geforderte U-Wert von 1,7 W/ m2K erreicht werden soll. Bei einigen Fenstern genügt es möglicherweise auch, die Dichtungen zu erneuern. Damit die Wohnung nicht fußkalt ist, wird auch eine 6 cm dicke Dämmung der Kellerdecke erwogen, sodass ein U-Wert von 0,4 W/ m2K erreicht wird.

Der U-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient gibt die Energiemenge an, die in einer Sekunde durch eine Fläche von einem Quadratmeter fließt, wenn sich die Lufttemperaturen auf beiden Seiten des Bauteils um 1 Kelvin unterscheiden. Gute Fenster haben U-Werte von ca. 1,7 W/m²K, bei schlechten Fenstern kann der U-Wert bis zu 5 W/m²K betragen. Bei Wänden liegen gute U-Werte im Bereich von 0,3 - 0,5 W/m²K.

Welche Maßnahme bringt am meisten?

Grundlage dieser Überlegung sind die Daten zur Energieeinsparung, die sich aus den Wärmebildern ableiten lassen. Die Isolierung der Außenwände bringt nach diesen Prognosen eine Energie- und damit Heizkostenersparnis von 20 bis 25 Prozent und ist damit die am meisten Erfolg versprechende Maßnahme. Beim Austausch der Fenster rechnet man mit einer Einsparung von 15 bis 20 Prozent Energie, während die Dämmung der Kellerdecke 6 Prozent Energieeinsparung bringt. Insgesamt können also 41 bis 51 Prozent Energie gespart werden - die Umsetzung dieser Maßnahmen kann also nicht warten. Die Konzepte müssen außerdem gut aufeinander abgestimmt sein, insbesondere Dämmmaßnahmen an den Außenbauteilen. Denn nur wenn die Außenmauern mit allen Elementen zusammen mit dem Dach als Einheit betrachtet werden, kann das Haus eine möglichst gleichmäßige, gut dämmende Gebäudehülle erhalten.

Hilfestellung von den SWP und anderen

Die Besitzer werden mit der Investition in Wärme dämmende Maßnahmen nicht allein gelassen. Zunächst erhielten sie eine eingehende Energieberatung von den Experten der SWP. Dabei informieren die Energieberater auch über staatliche Förderungen und Kredite: Grundlage dafür ist das Programm zur CO2-Minderung "Energieeffizient sanieren" der staatlichen KfW-Bankengruppe. Dafür gibt es eine Kredit- und eine Zuschussvariante. Beispielsweise gibt die KfW-Bank einen Tilgungszuschuss in Höhe von 12,5 Prozent der Darlehenssumme, wenn durch die Maßnahme der Standard "KfW-Effizienzhaus 70" erreicht wird. Dabei werden maximal 75.000 Euro pro Wohneinheit förderfähige Kosten angerechnet. Das Darlehen wird bei der eigenen Hausbank beantragt. Erst nach Bewilligung der Fördermittel kann mit der Modernisierung begonnen werden.

Geldwerte Informationen

Info Thermografie: Wer Thermografie-Aufnahmen von seinem Gebäude machen lassen möchte, profitiert von den günstigen Angeboten der SWP: Eine Untersuchung "SWP Thermografie Standard" kostet ab 199 Euro, Bilder "SWP Thermografie Komfort" sind ab 499 Euro zu haben (jeweils inkl. MWSt.).

www.stadtwerke-pforzheim.de/de/129.php

Link zur KfW Bankengruppe mit ihren Programmen "Energieeffizient sanieren" und "Erneuerbare Energien"

www.kfw.de/DE_Home/Service/Foerderprogramme_auf_einen_Blick/Foerderangebot_fuer_Privatkunden.jsp

Eine Energiesparberatung in Ihrem Haus wird von lizenzierten Bafa-Ingenieuren durchgeführt Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bezuschusst diese Beratung mit ihrem Programm "Energiesparberatung vor Ort".

www.bafa.de/bafa/de/energie/energiesparberatung/index.html

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