Smart Meter: der intelligente Zähler

Strom fließt 24 Stunden am Tag. Aber die Menge, die nachgefragt wird, schwankt sehr stark. Nachts und am Wochenende wird eher weniger Strom benötigt als werktags. Die Energieversorger stellen sich darauf ein, indem sie Kraftwerke für die Grundversorgung, die Mittellast und für Spitzenlasten bereitstellen. Doch gerade im Hinblick auf die verstärkte Integration erneuerbarer Energieträger ins Stromnetz stößt diese Strategie an ihre Grenzen. Sonne und Wind lassen sich nicht auf Kommando an- oder abschalten. Eine Lösung sehen Experten darin, nicht nur das Angebot, sondern auch die Nachfrage zu erhöhen. Dafür sollen Unternehmen und Haushalte einen preislichen Anreiz erhalten, gleichmäßiger Strom abzunehmen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die Installation smarter, also intelligenter Stromzähler. Auch die Stadtwerke Pforzheim führen - momentan in einer ersten Testphase - die digitalen Zähler ein. Zum Zuge kommen zunächst neu zu installierende oder zu ersetzende Geräte. Langfristig sollen dann alle herkömmlichen durch digitale Zähler ersetzt werden.


Was ist ein Smart Meter?

Ein herkömmlicher Stromzähler hat nur eine einzige Aufgabe: Er zählt die verbrauchten Kilowattstunden. Einmal jährlich wird der Zählerstand abgelesen. Mit einer Zusatzfunktion ausgestattet, ist ein Smart Meter in der Lage, den Stromverbrauch live darzustellen, etwa auf dem heimischen Computer. Leistungsspitzen werden sichtbar. Auf diese Weise lassen sich Stromfresser "entlarven". In der Zukunft lassen sich die Möglichkeiten der Smart Meter deutlich erweitern. So werden sie in der Lage sein, Geräte direkt anzusteuern. Kommen dann flexible, an die Stromnachfrage angepasste Tarife hinzu, lässt sich der Smart Meter so programmieren, dass er stromintensive Geräte gezielt dann anschaltet, wenn der Strom günstig ist.

Einige Vorteile des Smart Meters

  • Transparenz über Energieverbrauch in Haushalt oder Unternehmen.
  • Anreiz zum Energiesparen: Der Kunde sieht, wie viel Energie verbraucht wird, und kann Maßnahmen ergreifen, um den Verbrauch kontrolliert zu senken.
  • Fernablesung: Daten gehen direkt an den Energieversorger; das jährliche Ausfüllen einer Karte mit dem Energieverbrauch oder der Anruf beim Energieversorger entfällt.
  • Optimal kann der Smart Meter genutzt werden, wenn Geräte direkt vom Zähler aus angesteuert werden können, das heißt, dann in Gang gesetzt werden, wenn der Strompreis niedriger ist.

Gesetzgeber beschließt "Liberalisierung des Messwesens"

Am 6. Juni 2008 hat der Bundestag die Änderungen zum Energiewirtschaftsgesetz unter der Überschrift "Liberalisierung des Messwesens" beschlossen. Demnach sollen ab 2010 intelligente Zähler in Neubauten eingesetzt werden, um den "tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit" darzustellen. Für bestehende Gebäude werden Energieversorger ihren Kunden eine entsprechende Messtechnik anbieten.

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Weitere Informationen

www.zvei.de
www.initiative-energieeffizienz.de 
jeweils unter dem Suchbegriff "Smart Metering"

Lesetipp

"Schlaue Zähler, schlaue Abrechnung - Durchblick für Energiekunden" von Mandy Kühn (Artikel aus der Fachzeitschrift "ew - das Magazin für die Energiewirtschaft", Ausgabe 24, 2008)

Zum Inhalt: Ziel der EU-Richtlinie über Energieeffizienz und -dienstleistungen ist es, dass jeder Stromkunde durch ein Plus an Transparenz seinen Verbrauch selbst steuern und somit Energie und Kosten sparen kann. Neue Technologien wie intelligente Stromzähler - das Smart Metering - oder auch alternative Abrechnungsmodelle tragen erheblich dazu bei. Die Vorteile: Energieversorger können den Verbrauch unkompliziert aus der Distanz ablesen. Möglich ist zudem die Fernab- und -zuschaltung beziehungsweise Leistungsbegrenzung, zum Beispiel bei Stromengpässen. Darüber hinaus können Verbrauchswerte visualisiert werden, der Abrechnungsprozess wird beschleunigt, innovative Tarifmodelle werden möglich.

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