Betriebsrat begrüßt Thüga-Erwerb

Interview mit dem Betriebsratsvorsitzenden der SWP Stadtwerke Pforzheim GmbH & Co. KG, Henry Wiedemann, zum Thüga-Verkauf.

Frage: Herr Wiedemann, nach langen Verhandlungen konne die Thüga nun vom Bieterkonsortien KOM9 und Integra erworben werden. Wie beurteilen Sie als Betriebsratsvorsitzender der SWP den Verkauf?

Wiedemann: Wir waren seit der ersten Pressemeldung über mögliche Verkaufsabsichten der Thüga im Dezember 2007 in die vorbereitenden Prozesse eingebunden und haben die Bestrebungen für eine Rekommunalisierung der Thüga zu jeder Zeit unterstützt und unsere Position in Diskussionsrunden gegenüber Dritten vertreten. Daher haben wir auch immer an den Erfolg einer "neuen Thüga" geglaubt. Umso mehr freut es uns jetzt, dass der Verkauf perfekt ist.

Frage: Welche Rolle spielt die Thüga bei den SWP?

Wiedemann: Die Zusammenarbeit mit der Thüga ist für uns von strategischem und wirtschaftlichem Vorteil. Denn ohne Partner hätten wir durch den steigenden Kostendruck und Wettbewerb wenig Chancen auf dem Markt bestehen zu können. Für uns als Betriebsrat hat die Sicherung der Arbeitsplätze und Wertschöpfung vor Ort oberste Priorität. Mit der Thüga haben wir diese Ziele in der Vergangenheit erreicht und wir sind uns sicher, dass wir mit der "neuen Thüga" dies auch in der Zukunft schaffen werden.

Frage: Welchen Vorteil sehen Sie durch die "neue Thüga"?

Wiedemann: Die bisher mittelbare Beteiligung eines Großkonzerns an Stadtwerken und kommunalen Energieversorgern war für uns schon immer ein Makel. Nach dem Verkauf der Thüga durch die E.ON an rein kommunale Bieterkonsortien können wir unsere Ziele noch mehr auf die Bedürfnisse und Belange vor Ort ausrichten. Das heißt, dass wir mit der Flexibilität eines regionalen Versorgers agieren und über das große Netzwerk auf das Know-how aus der Gruppe zurückgreifen können, ohne von einem großen Konzern abhängig zu sein.

Frage: Gehen die Stadtwerke Pforzheim in diesem großen Netzwerk nicht unter?

Wiedemann: Im Gegenteil, die SWP haben sich bisher als innovatives Unternehmen im Thüga-Netzwerk bewiesen und waren durch das aktive Engagement unseres Geschäftsführers, als einer der Gründungsväter, der Idee einer "neuen Thüga" unter kommunaler Führung eine treibende Kraft. Auch für die Zukunft sind wir davon überzeugt, dass wir uns mit unserem Know-how und unseren Ideen in die "neue Thüga" entsprechend einbringen und uns in dieser Gruppe behaupten können.

Frage: Welche Rolle spielen die SWP in Pforzheim?

Wiedemann: Wir versuchen in mehreren Rollen unserer Verantwortung gerecht zu werden. Für unsere Kunden sind wir der Energie- und Wasserversorger vor Ort. Unser Ziel ist es, für unsere Kunden da zu sein und unsere Leistungen ständig zu verbessern. Für die Stadt Pforzheim sind wir eine wichtige Beteiligung und tragen mit unserem Jahresüberschuss dazu bei, wichtige Aufgaben in Pforzheim finanzieren zu können. Darüber hinaus fördern wir den Sport sowie kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungen und tragen somit zum kulturellen Leben in Pforzheim bei.
Auch in Sachen Umwelt zeigen sich die Stärken von regionalen Energieversorgern. So sind die SWP mit ihrem Fernwärmenetz und der Kraft-Wärme-Kopplung aus Biomasse ein gutes Beispiel für energieeffiziente Strom- und Wärmeerzeugung. Hinzu kommen weiter kleinere Anlagen, welche ein Großkonzern aus Rentabilitätsgründen nicht verwirklichen würde. Auch im Thema Energieberatung im ebz. engagieren sich die SWP und erarbeiten Lösungen gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft für die Bauherren aus Pforzheim und der Region. Im Klartext: Wenn es um nachhaltige und ökologisch-orientierte Energieversorgung geht, dann kommt man in Pforzheim an den SWP nicht vorbei!

Vielen Dank.

Weitere Informationen zur KOM9 und deren Gesellschafter finden Sie hier.

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