Spannende Transporter
Im innerstädtischen Lieferverkehr kommen die Vorteile elektrisch betriebener Fahrzeuge besonders stark zum Tragen. Sie sind leise und stoßen im Fahrbetrieb weder Abgase noch Partikel aus. Zudem genügt die derzeit erzielbare Reichweite von meist 100 bis 150 Kilometern für die Anforderungen im Stadtlieferverkehr aus. Das liegt in erster Linie darin, dass die Akkus hier durch die Rückgewinnung von Bremsenergie weniger belastet werden als auf gleichmäßig gefahrenen Langstrecken. Allerdings ist die Auswahl an Lieferfahrzeugen bisher noch sehr beschränkt.
Bereits erhältliche Modelle
Zu den fortgeschrittensten Lösungen gehört der Elektrotransporter des englischen Herstellers Modec. Das sieben Meter lange Fahrzeug mit zwei Tonnen Nutzlast nutzt unter anderem der Zustelldienst UPS bereits seit April 2008 in London. Mehrere Fahrzeuge kommen jetzt auch in der deutschen UPS-Flotte zum Einsatz.
Kleiner und für kurze Entfernungen ausgelegt ist der EcoCraft-Lieferwagen. Er wird in Wunstorf bei Hannover von der Firma ecocraft-automotive in unterschiedlichen Bauarten mit Elektro- und Hybridantrieb produziert. Erhältlich sind eine zweiachsige Versionen mit Elektroantrieb für bis zu 350 kg Nutzlast sowie eine dreiachsige Variante für 700 kg Nutzlast.
Aber auch die Großserienhersteller stehen bei den Elektro-Transportern in den Startlöchern: Ford will den Kleintransporter Tourneo connect als E-Mobil 2010 auf den deutschen Markt bringen. Fiat hat ein Vorserienmodell des Kleintransporters Fiorino mit Elektroantrieb vorgestellt. Und mit dem Elektro-Kangoo be bop Z.E. (Zero Emission) konnte Renault ein fast serienreifes Elektrofahrzeug vorstellen.
Ladestation statt Tankstelle
Langfristig durchsetzen werden sich Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride allerdings erst, wenn ein flächendeckendes Netz von Ladestationen zur Verfügung steht. Derzeit arbeiten Expertenrunden der europäischen Energiewirtschaft und großer Autokonzerne mit Hochdruck an einheitlichen Standards für Ladestationen und Anschlüsse. Sie stellen sicher, dass künftig jedes Elektroauto problemlos an jeder Station geladen werden kann.
Unter Umweltgesichtspunkten ist die Verbreitung dieser Techniken ein echter Fortschritt. Durch ihren besseren Wirkungsgrad benötigen Elektroantriebe gegenüber Diesel- und Benzinmotoren weniger Primärenergie. Umgerechnet auf den gefahrenen Kilometer liegt der bei der Stromerzeugung anfallende CO2-Ausstoß schon mit dem heutigen Kraftwerkspark deutlich unter den von der EU ab 2012 vorgeschriebenen 120 Gramm. Effizientere Kraftwerke, die derzeit geplant und gebaut werden, verringern die Umweltbelastung durch Strom auch bei der Nutzung als Antriebsenergie für Fahrzeuge zusätzlich. Das gilt insbesondere, wenn Elektrofahrzeuge ihren Strom aus regenerativen Energiequellen beziehen. Strom aus Wind- und Wasserkraft, aus Sonnenenergie oder annähernd CO2-neutral erzeugtem Biogas kann so sinnvoll und zeitnah zur Erhaltung der individuellen Mobilität eingesetzt werden.
Doch die Möglichkeiten reichen weiter: Sind genügend Elektrofahrzeuge vorhanden, können sie beim Parken etwa aus den unregelmäßig produzierenden Wind- und Solaranlagen zwischenspeichern und bei Bedarf an das Stromnetz zurückgeben. Diese gleichmäßigere Auslastung sowohl der konventionellen wie auch der regenerativen Kraftwerke würde deren Gesamtenergiebilanz nochmals deutlich verbessern und die gesamte Volkswirtschaft ein Stück weit unabhängiger von Exporten der erdöl- und erdgasproduzierenden Länder machen.
Kabinett beschließt: bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen
Mit dem Nationalen Aktionsplan Elektromobilität will die Bundesregierung die Entwicklung und Markteinführung von Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeugen in Deutschland unterstützen. Bis 2020 sollen eine Million Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge auf deutschen Straßen fahren. Erklärtes Ziel ist es zudem, den für die Elektrofahrzeuge genutzten Strom aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Durch unterschiedliche Programme fördert die Bundesregierung Feldversuche deutscher Autohersteller und Energieversorger. Ab 2012 wird die Anschaffung von Elektroautos voraussichtlich finanziell unterstützt.
Initiative Autostrom
Experten räumen elektrischen Antrieben von Kraftfahrzeugen hohe Zukunftschancen ein. Der Markterfolg dieser Technologie steht und fällt allerdings mit einer funktionierenden Infrastruktur. Die Initiative "Autostrom" setzt sich dafür ein, die Voraussetzungen zu schaffen, dass den Fahrern von Elektroautos und Plug-in-Hybriden flächendeckend Ladestationen zur Verfügung stehen.
Autostrom positioniert sich als Marke der von den großen Energiekonzernen unabhängigen Anbieter. Die Initiative hat sich zur Aufgabe gemacht, eine Struktur aufzubauen, die die Akzeptanz und Nutzung von Elektrofahrzeugen fördert. Autostrom bezieht dabei lokale Unternehmen als Partner ein, die auf ihrem Gelände Ladestationen installieren. Die Initiative übernimmt die Kosten für den Aufbau der Versorgungsnetze und die Werbung. Der Autostrom-Partner stellt im Gegenzug den Standort für die Ladesäulen sowie standortnahe Werbeflächen zur Verfügung.
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Elektrotankstellen
In Pforzheim gibt es zurzeit eine Elektrotankstelle. Im Famila Center auf der Wilferdinger Höhe kann jetzt schon Elektrosprit getankt werden. Das Tankstellennetz wird jedoch weiter ausgebaut. Weitere Ladestationen sind zum Beispiel beim SWP-Kundencentrum in der Werderstraße 38 und im Parkhaus der Volksbank Pforzheim geplant.
Lesetipps
PDFs zum Thema Elektromobilität zum Herunterladen:
Positionspapier des BDEW zur Elektromobilität
Renaissance des Elektroautos
