Thüga-Verkauf besiegelt

2,9 Milliarden-Vertrag unter Dach und Fach

Nun ist es perfekt: Das kommunale Bieterkonsortium KOM9/Integra hat von der E.ON die Thüga erworben. Ein entsprechender Kaufvertrag wurde gestern unterzeichnet. Bereits im August des Jahres erzielten E.ON und die beiden kommunalen Konsortien eine Einigung über die wirtschaftlichen Grundzüge der Transaktion. Mit dabei sind auch die SWP Stadtwerke Pforzheim GmbH & Co. KG, und zwar als Partner des Konsortiums KOM9, eines Zusammenschlusses von mehr als 45 Stadtwerken und regionalen Versorgern in kommunaler Trägerschaft aus ganz Deutschland. Das zweite Konsortium, die Integra, besteht aus den Partnern enercity (Hannover), Mainova (Frankfurt) und N-ERGIE (Nürnberg).

Die Vereinbarung zum Erwerb der Thüga von der E.ON ist am 22. Oktober 2009 von den Vorstandsvorsitzenden des kommunalen Erwerberkonsortiums Integra/KOM9, Michael Feist (enercity), Dr. Constantin H. Alsheimer (Mainova), Herbert Dombrowski (N-Ergie) und Dr. Thorsten Radensleben (badenova, als Sprecher der KOM9) sowie fürdie E.ON AG von Lutz Feldmann und von Dr. Bernhard Reutersberg für die E.ON Ruhrgas AG, unterzeichnet worden. Nach erfolgter Zustimmung aller erforderlichen Gremien steht der Vollzug des Erwerbs nun nur noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt, die noch in diesem Jahr erwartet wird.

Marktbewährte Kooperationsplattform

"Als Partner der KOM9 freuen wir uns, dass die im Sommer nach intensiven Verhandlungen erzielte Einigung nun besiegelt werden konnte", kommentiert der Aufsichtsratvorsitzende der SWP, Pforzheims Erster Bürgermeister Roger Heidt, die Vertragsunterzeichnung. Hervorzuheben ist, dass das Bieterkonsortium eine Holding übernimmt, die sich bereits seit vielen Jahren bewährt hat. Schließlich ist die Thüga, die Minderheitsbeteiligungen an mehr als 90 kommunalen Energieversorgern hält (darunter 35 Prozent an den SWP), das größte Energie-Netzwerk in Deutschland.

Gemeinsam in die Zukunft

Dieses bestehende starke kommunale Netzwerk, das durch die Beteiligungen der Thüga an mehrheitlich kommunalen Energieversorgungsunternehmen gebildet wird, wird auch zukünftig erhalten, gestärkt und weiter ausgebaut werden. Der Ausbau von Kooperationsfeldern der Beteiligungsunternehmen mit der Thüga wird die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit bestehender und Wachstum in neuen Geschäftsfeldern ermöglichen.

"Für uns als Partner der neuen Thüga, aber auch für die Kommunen ergeben sich dabei vielfältige Chancen", erläutert Wolf-Kersten Meyer, Geschäftsführer der Stadtwerke Pforzheim. "Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Wettbewerbs auf den Energiemärkten können wir regionalen Versorger und Stadtwerke unsere Interessen in einem starken Verbund sehr viel nachhaltiger vertreten. Gemeinsam wollen und werden wir Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft finden". Davon profitieren die Verbraucher in Form langfristiger Versorgungssicherheit und die Mitarbeiter der Partnerunternehmen durch Sicherung ihrer Arbeitsplätze. Übergeordnetes Ziel ist die Wahrung der Wertschöpfung vor Ort - dicht am Kunden und damit im besten Sinne des Wortes "kommunal".

Vor diesem Hintergrund werden die Stadtwerke Pforzheim auch in Zukunft noch stärker den Ausbau regenerativer Energieerzeugung in Pforzheim und der Region vorantreiben, wobei die Kraft-Wärme-Kopplung bereits seit Jahrzehnten einen wichtigen Baustein für die Pforzheimer Energieversorgung darstellt und bereits heute die Vorgaben des Energiekonzeptes des Landes Baden-Württemberg für das Jahr 2020 erfüllt. Doch die Planungen gehen noch darüber hinaus. "Langfristiges Ziel der SWP ist es, eine Versorgung unserer Kunden durch Eigenerzeugung der benötigten Energiemenge zu gewährleisten und dabei Risikoenergien, wie z.B. Atomkraft, vollständig durch regenerativ und in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugte Energie zu ersetzen", so Meyer weiter.

Details der Transaktion

Die KOM9 erwirbt ca. 37,75 Prozent der Stadtwerke-Holding, auf die drei Integra-Konsorten entfallen jeweils ca. 20,75 Prozent der Thüga-Anteile. Es wurde ein Kaufpreis von rund 2,9 Mrd. Euro vereinbart, wobei die Thüga-Beteiligungen an der GASAG Berliner Gaswerke AG (37 Prozent), an der HEAG Südhessische Energie AG (40 Prozent), an den Stadtwerken Duisburg (20 Prozent) sowie an den Stadtwerken Karlsruhe (10 Prozent) nicht mitveräußert, sondern an die E.ON Ruhrgas übertragen werden. Formal wird die Thüga AG über die Transaktionsgesellschaft Integra Energie GmbH & Co. KGaA erworben. Der Vorstand der Thüga AG wird seine erfolgreiche Arbeit unter der Leitung von Ewald Woste als Vorstandsvorsitzenden fortsetzen. 

Hintergrund zur Thüga

Die Thüga AG ist mit mehr als 90 Minderheitsbeteiligungen das größte Netzwerk kommunaler Energieversorger in Deutschland. Die Mehrheitseigentümer sind zumeist die jeweiligen Städte und Gemeinden. Inklusive aller Beteiligungen versorgte die Thüga-Gruppe in 2008 bei einem Absatz von 158 TWh Gas rund 2,9 Millionen Gaskunden, bei einem Absatz von 38 TWh Strom rund 3,5 Millionen Stromkunden und rund eine Million Kunden mit Trinkwasser. Daneben versorgt Thüga im sogenannten Eigengeschäft Gas- und Stromkunden vornehmlich in Süddeutschland sowie über die vollkonsolidierte Tochtergesellschaft Harz Energie GmbH & Co. KG (Thüga-Anteil 53 Prozent) in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. In 2008 erwirtschaftete die Thüga AG einen konsolidierten Umsatz von rund 630 Mio. Euro und einen bereinigten Jahresüberschuss von rund 270 Mio. Euro. Inklusive aller Minderheitsbeteiligungen (Thüga-Anteil mindestens 20 Prozent) erzielte die Thüga-Gruppe 2008 einen Gesamtumsatz von 16,4 Mrd. Euro.

KOM9

Weitere Informationen zur KOM9 und deren Gesellschafter finden Sie hier.

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Kom9-Sprecher Dr. Thorsten Radensleben

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