So klein und schon elektro!
Vor fast 50 Jahren: Pforzheimer Seifenkiste mit elektrischem Antrieb
Pforzheimer sind ihrer Zeit immer ein Stück voraus, das beweisen alte Fotos, die der Pforzheimer Rundfunkmechaniker Kurt M. in seinem Album fand. Der Tüftler baute seinem kleinen Sohn Dieter 1960 eine Seifenkiste, um die alle anderen Kinder ihn beneideten. Das Auto war voll funktionsfähig und mit elektrischem Antrieb und Bremse ausgestattet.
Kurt M. wurde durch den Bericht "Leises Surren" in SWPaktiv (der Kundenzeitschrift der SWP Stadtwerke Pforzheim) an die komfortable Seifenkiste erinnert. Daraufhin schrieb er einen Brief an die SWP: "Die Autoindustrie kündigt zur Zeit die Entwicklung von Elektroautos als Großtat an. Dieser junge Fahrer fuhr schon etwa 1961 schadstofffrei und umweltbewusst durch Pforzheim."
Bevor Dieter M. mit seinem knallroten Elektroauto die ruhige Wohnstraße hinauffahren und hinuntersausen konnte, waren umfangreiche Planungs- und Tüftelarbeiten nötig. Kurt M., Rundfunkmechanikermeister, verstand glücklicherweise eine Menge von Elektrotechnik. Er ließ einen Rahmen schweißen und baute eine Lkw-Lichtmaschine als Antrieb ein. Ein großer Akku lieferte den Strom. Mit einem Pedal wurde ein Stufenschalter zur Temporegelung betätigt, sogar Rückwärtsfahren war möglich. Bevor Kurt M. das Auto fertig stellte, legte er ein Brett auf den Rahmen und probierte das Fahrzeug aus. Und siehe da, es fuhr sogar sehr gut! Dann nahm er den Karosserieaufbau aus Sperrholz in Angriff. Zur Ausstattung gehörte auch eine Front- und Heckbeleuchtung sowie eine elektrische Warnklingel. Mit einem aufgemalten Nummernschild versehen, konnte Sohn Dieter nun bergauf, bergab fahren und einen Freund auf dem Beifahrersitz mitnehmen. Dabei zogen die Kinder sogar noch einen Leiterwagen mit nach oben, mit dem dann andere Kinder nach unten flitzten.
"Die Lkw-Batterie war so stark, dass mein Sohn sogar die Weihergartenstraße hochfahren und der Oma einen Besuch machen konnte", erinnert sich Kurt M. "Das ging natürlich nur, weil es noch viel weniger Verkehr gab als heute. Und natürlich war ich auf den Fahrten immer dabei." So sah Kurt M. auch, dass Polizisten auf den Kleinen aufmerksam wurden, als er einmal hinunter an die Enz fuhr. Sie hatten die Beleuchtung des Autos gesehen und wunderten sich über das kleine Fahrzeug. Die Polizisten überzeugten sich von der Funktionsfähigkeit des selbst gebauten Elektroautos, ließen Dieter vor- und rückwärts fahren und zeigten Verständnis für das Hobby des jungen Mannes.
Das liebevoll ausgetüftelte Gefährt gibt es heute leider nicht mehr. Doch die Freude bleibt, ein besonderes und technisch gut funktionierendes Fahrzeug konstruiert und gebaut zu haben. "Dass meine Idee gut war, bestätigt sich heute", freut sich Kurt M. Denn jetzt werden Elektroautos als alternative Form der Mobilität vorangebracht. In den nächsten Jahren werden Elektrofahrzeuge die Städte erobern. Die SWP bereiten sich darauf jetzt schon vor - beispielsweise mit der Planung und Umsetzung von Elektro-Tankstellen.
Und was ist aus dem ehemals kleinen Dieter M. geworden? Er ist dem Thema Fortbewegung treu geblieben - allerdings fliegt er jetzt Airbusse einer großen deutschen Luftfahrtgesellschaft.
SWP Kundenportal
Das SWP Kundenportal - schnell, flexibel, sicher! jetzt anmelden!
ServiceLine
Fragen Sie uns, wir beraten Sie gerne, individuell und kostenlos*
Tel. 0800 797 39 39 39 Fax 0800 797 39 13 39
*Anrufe kostenlos aus dem
deutschen Festnetz
Servicezeiten:
Täglich Mo - Fr 7:30 - 17:00 Uhr
Elektro-Tankstellen
Mehr über die Initiative im Stadtwerkeverbund erfahren Sie hier


Foto: Privatarchiv