Web 4.0

Computer werden immer leistungsfähiger und kleiner – folgerichtig treten sie in den Hintergrund und versehen dort möglichst unauffällig ihren Dienst.

Erinnern Sie sich noch an die 80er- oder 90er-Jahre, als Computer leicht mehrere Tausend Mark kosteten? Und dafür Leistungen boten, die man heute nicht einmal mehr in einem einfachen Handy akzeptieren würde? Hätten Sie sich damals vorstellen können, dass in wenigen Jahren zahlreiche Computer Ihr Leben zu Hause, im Büro und sonst überall bevölkern würden?

„I think there is a world market for maybe five computers“, soll IBM-Chef Thomas J. Watson angeblich 1943 gesagt haben – „Ich glaube, dass es auf der Welt einen Bedarf von vielleicht fünf Computern geben wird.“ In vielen Haushalten finden sich heute längst mehr. Und zwar in allen möglichen Geräten: Uhren, Fernseher, Küchengeräte, natürlich Smartphones usw. Anders als bei den Computern zu Watsons Zeiten oder noch in den 80ern ist Rechenleistung heute schnell, preiswert sowie platzsparend und wird deshalb überall eingesetzt.

Konsequenterweise kommunizieren all diese Geräte auch miteinander: Ihre Smartwatch übermittelt gelaufene Schritte ans Online-Fitnessportal, Ihre Heizung können Sie schon auf dem Heimweg per Internet aufdrehen, Ihr Paket wird auf dem Weg zu Ihnen ständig gescannt, sodass Sie jederzeit dessen Aufenthalts- ort sehen, selbst in Kleidung eingearbeitete Mini-Computer, sogenannte Wearables („Anziehbare“), sind längst keine ferne Zukunftsmusik mehr.

„Web 4.0“ oder „Internet der Dinge“ wird das genannt: Der klassische PC, wie wir ihn kennen – prominent platziert auf seinem Computertisch – verschwindet aus dem Fokus. Zahlreiche mehr oder weniger „intelligente Gegenstände“ treten an seine Stelle und unterstützen unseren Alltag unauffällig im Hintergrund, natürlich vernetzt im sogenannten „Internet der Dinge“. Wie alles in der digitalen Welt ist auch diese Vision recht jung: Ein gewisser Mark Weiser legte sie 1991 dar; der Begriff „Internet of Things“ wurde erstmals 1999 von Kevin Ashton genutzt. Das Grundprinzip kennt jeder, der ein modernes Auto besitzt: Sensoren melden die Tunneleinfahrt, die Scheinwerfer werden auto- matisch eingeschaltet.

Virtuelle und wirkliche Welt rücken zusammen

Basis des „Internet der Dinge“ sind die erwähnten „computerisierten“ Gegenstände, zum Teil mit Sensoren, um Zustände zu erfassen, und sogenannten Aktoren, um bestimmte Aktionen auszuführen. Sie sind vernetzt sowie automatisch und eindeutig identifizierbar, etwa mittels RFID, Strich- oder QR-Code. Ihre Aufgabe ist es, reale und virtuelle Welt für mehr Komfort noch stärker miteinander zu verbinden. Und zwar indem möglichst viele vernetzte Gegenstände dem Netzwerk mitteilen, was mit ihnen selbst und was in der echten Welt los ist: „Es regnet“, „es ist dunkel“, „die Raumtemperatur ist zu hoch“, „Druckerpapier ist bald alle“, „ich, die Waschmaschine, muss demnächst gewartet werden“. So kann entsprechend reagiert werden: Licht an, Klimaanlage an – oder eben auch Papier online nachbestellen oder den Kundendienst informieren. Je mehr Informationen, desto genauer kann reagiert werden. Etwa wenn statt des einzelnen Heizungs- thermostaten zahlreiche Sensoren im Raum die Tem- peratursituation exakt erfassen. Das bedeutet mehr Komfort – und die Heizung kann viel sparsamer arbeiten. Manche Wartung lässt sich per Web 4.0 sogar online erledigen (z. B. durch „Ablesen“ von Werten und Nachjustieren entsprechender Einstellungen), ohne dass ein Techniker vorbeikommen muss – kostengünstig, anwender- und zugleich umweltfreundlich.

Effizienzsprung mit Spar-Effekt

So bieten sich auch in Produktion, Logistik, Gesundheitswesen und auf vielen anderen Gebieten vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten – oder sind längst Realität. Im Energiebereich schließlich ermöglicht das Internet 4.0 einen gigantischen Effizienzsprung: Verschiedenste dezentrale Energieerzeuger und -verbraucher können nun Einspeisung und Verbrauch intel- ligent aufeinander abstimmen – inklusive Vorrang für umweltfreundliche Energie. Das spart Geld sowie CO2- Ausstoß und macht sowohl die nationale als auch Ihre persönliche Energieversorgung unabhängiger.

Während die Dinge miteinander kommunizieren und den „Kleinkram“ für uns erledigen, bleibt uns vielleicht (wieder) mehr Zeit, mit anderen Menschen zu sprechen. Vielleicht entdecken wir dabei Neues, das keine Software für uns ausrechnen kann? In Anbetracht des ohnehin nicht aufzuhaltenden technischen Fortschrittes sind zumindest das doch keine schlechten Aussichten, oder?

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