Achtung Baustelle!

Absperrband, Umleitung, Ampel: Baustellen gehören zu unserem Alltag – und zum alltäglichen Geschäft der SWP. Aber was passiert eigentlich hinter den Kulissen, wenn es etwas zu reparieren gibt? Und warum?

Zum Beispiel auf der Eutinger Straße: Im September dieses Jahres entdecken SWP-Mitarbeiter beim Ablaufen der Gasleitung auf Höhe der Hausnummer 13 einen kleinen Riss – mit großer Wirkung, denn hier entweicht ein wenig Gas. Der Haarriss befindet sich jedoch ausgerechnet direkt vor einer Schweißnaht. Eine einfache Lösung wie das Überziehen mit einer Manschette kommt also nicht in Betracht, stattdessen muss das Rohr aufgegraben und aufwendig repariert werden.

Planen und genehmigen

Jetzt beginnt die Planungs- und Genehmigungsphase. Wie dringlich ist die anstehende Aufgabe? Welchen Umfang hat die Baustelle? Wer wird mit der Reparatur beauftragt und wie schnell kann der Tiefbauer reagieren? Wenn das geklärt ist, gibt es einen Ortstermin mit der Bauabteilung der Stadtverwaltung. Denn schließlich ist die Eutinger Straße eine Hauptverkehrsstraße, bei einer Sperrung der Autobahn 8 auch die offizielle Umleitungsstrecke. Baustellen lassen sich zwar nicht vermeiden, ihre Wirkung auf den Verkehrsfluss ist jedoch stets zu berücksichtigen.

Bevor es losgehen kann...

Wenn die Rahmenbedingungen für die Baustelle festgelegt sind, geht es an die Umsetzung. Anlieger werden informiert, die SWP veröffentlichen eine Pressemitteilung für die Zeitungen, ein Verkehrszeichenplan wird erarbeitet. Parkverbotsschilder werden aufgestellt; die Besitzer parkender Fahrzeuge notfalls aufgesucht und informiert. Der Busverkehr legt eine Haltestelle still, weil sie mitten in der Baustelle liegt. Markierungsband wird aufgeklebt und die Ampelschaltung angepasst. Feuerwehr und Netzleitstelle sind über die Arbeiten informiert.

Graben, schweißen, belasten

Endlich kann es losgehen. Der Tiefbauer gräbt die Stelle über dem Schaden auf. Das Gasrohr wird kurzfristig links und rechts der Schadensstelle verschlossen, das defekte Stück getrennt und entfernt. Kurz darauf ist das neue Rohrstück schon angeschweißt. Eine Sichtdruckprüfung schließt die Reparatur ab. Dabei werden die Schweißnähte mit einem schaumbildenden Mittel behandelt, sodass undichte Stellen sichtbar werden. Das Rohr wird danach fachmännisch in Sand gebettet, sodass es besser gegen Beschädigung und Korrosion geschützt ist. Auf den Sand wird Schotter gefüllt und ein Druckplattenlastversuch bildet den „Stresstest“: Hält der Schotter einer hohen Belastung stand? Nach dem Aufbringen einer neuen Asphaltdecke wird die Baustelle rückgebaut. Und schließlich wartet noch der „Papierkram“ auf die Monteure.

Viele Gründe für Baustellen...

Ein defektes Gasrohr ist bei weitem nicht der einzige Grund für eine Baustelle. Die Planungsabteilung der SWP etwa legt fest, welche Leitungen im Zug der ständigen Erneuerung der Netze als nächstes ersetzt werden – auf Basis von Alter und Schadenshäufigkeit der jeweiligen Leitung. Denn Steine, Bodenbewegungen sowie das Ausdehnen und Zusammenziehen der Leitungen bei Hitze und Kälte setzen dem Material zu, sodass irgendwann der Zeitpunkt für einen Austausch gekommen ist. Dabei hat Sicherheit oberste Priorität: Der SWP Bereitschaftsdienst ist rund um die Uhr auf Abruf, um Defekte oder Schäden zu beheben.

...und ein "speziell gelagerter Sonderfall"

Die SWP-Netze sind in einem guten Zustand. Allerdings gibt es sehr selten auch einmal einen kuriosen Sonderfall: In der Christophallee etwa ergab kürzlich eine Ausgrabung, dass Wasser aus einer Gasleitung tropfte. Die SWP-Monteure zogen Proben und versuchten zu ermitteln, ob es sich um Trink- oder Oberflächenwasser handelte. Aufgrabungen an anderer Stelle ergaben dann eine Undichtigkeit im Wasserrohr, die einen Schaden am Gasrohr verursacht hatte. Beide Rohre wurden ausgetauscht – jetzt ist wieder alles so, wie es sein soll.

Daten zu den SWP-Netzen

Stromnetz
Kabelnetz 1.607 km
Freileitungsnetz 52 km
Schwachstromnetz 589 km
Gasnetz
Leitungsnetz 445 km
Wärmenetz
Heizwassernetz 83 km
Weitere Netze
Wassernetz 463 km
Telekommunikationsnetz 871 km
Investitionen in die Netze 2015 ca. 16,5 Mio Euro

Rund um die Baustelle - was ist zu tun?

Baustelle einschätzen

  • Wie wichtig ist der betroffene Teil des SWP-Netzes?
  • Wie groß ist der Schaden?
  • Wie schnell muss der Schaden behoben werden?
  • Wie lang wird das dauern?

Material und Mannschaft

  • Welcher Tiefbauer kann den Schaden zum gewünschten Termin beheben?
  • Welches Material wird benötigt? Muss etwas nachbestellt werden? Gibt es Sondermaße, die die Baustelle verzögern?
  • SWP-Mannschaft aufstellen und einteilen

Genhemigung einholen

  • Besprechung mit Bauamt, möglicherweise Ortstermin
  • Bei Grabungen im Bereich von Bächen und Flüssen wasserrechtliche Genehmigungen einholen
  • Verkehrszeichenplan erstellen

Verkehr lenken

  • Umleitung einrichten
  • Warnbaken
  • Geschwindigkeitsbeschränkungen
  • Busverkehr einbeziehen: Haltestellen verlegen?
  • Parkverbote einrichten
  • Fahrzeughalter benachrichtigen, falls sie nicht erreichbar sind, parkende Autos abschleppen
  • Ampelanlagen einrichten oder Ampelschaltungen ändern
  • Evtl. Straße sperren
  • Möglicherweise Kampfmittelräumdienst informieren und dazuholen

Kommunikation

  • Anwohner informieren, Privathaushalte und Firmen
  • Feuerwehr, Rettungsleitstelle benachrichtigen
  • SWP-Netzleitstelle und Serviceline benachrichtigen
  • Pressemitteilung schreiben und an die regionalen Zeitungen schicken

Versorgung sicherstellen

  • Versorgungswege zentral oder dezentral umstellen
  • Wo nötig, kurzfristige Abstellung Strom/Gas/Wasser, bei längeren Maßnahmen Notversorgung einrichten
SWP Stadtwerke Pforzheim GmbH & Co. KG, Sandweg 22, 75179 Pforzheim | Handelsregister Mannheim, HRA 50 36 09 | USt Id.Nr.: DE 214129630
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