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Created with Sketch. Störungsmeldung

Bei einer Störung im Bereich Strom, Erdgas, Trinkwasser, Fernwärme oder Straßenbeleuchtung erreichen Sie die Stadtwerke Pforzheim jederzeit unter den folgenden Telefonnummern.

 

0800 797 39 38 37

  • 24 Stunden erreichbar
  • Kostenlos aus dem deutschen Festnetz

 

Defekte Straßenbeleuchtungen können Sie problemlos unter folgendem Link melden: www.stoerung24.de

Was tun bei Gasgeruch? Klicken Sie hier!

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Sie erreichen uns telefonisch über unsere Service-Hotline

 

(07231) 3971-3971

  • montags bis donnerstags von 08:00 bis 17:00 Uhr, freitags von 08:00 bis 15:00 Uhr
  • Kosten gemäß Ihrem Telefonanbieter

Oder kommen Sie uns direkt im SWP Kundencentrum besuchen!

Aufgrund der aktuellen Umstände, vereinbaren Sie bitte vorher einen Termin!

Unsere Öffnungszeiten
Montag09:00 Uhr – 12:30 Uhr / 14:00 Uhr – 18:00 Uhr
Dienstag09:00 Uhr – 13:00 Uhr
Mittwoch09:00 Uhr – 12:30 Uhr / 14:00 Uhr – 17:00 Uhr
Donnerstag09:00 Uhr – 12:30 Uhr / 14:00 Uhr – 18:00 Uhr
Freitag09:00 Uhr – 13:00 Uhr

Auf Grund der aktuellen Situation bitten wir Sie vorab einen Termin zu vereinbaren!

Fragen zur aktuellen Situation

Aufgrund der aktuellen Lage im Osten Europas ist auch die Situation auf den Energiemärkten äußerst unübersichtlich und schwer berechenbar geworden. Da aktuell niemand seriös vorhersagen kann, wie sich die Gemengenlage entwickelt, können momentan keine neuen Gasverträge abgeschlossen werden und bestehende Verträge nicht verlängert werden. Wir hoffen, dass sich die Situation schnell wieder beruhigt und wir unseren Kunden in Kürze wieder Vertragsangebote unterbreiten können.

Ausrufung der Frühwarnstufe der Bundesregierung

Was bedeutet die Ausrufung der Frühwarnstufe aus dem Notfallplan Gas?

Die Bundesregierung hat am Mittwoch, 30. März 2022, die Frühwarnstufe aus dem Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland ausgerufen. Damit ist ein Krisenteam aus Vertretern von Behörden und Energieversorgern zusammengetreten. Der Krisenstab beobachtet und bewertet laufend die Entwicklungen und leitet wenn nötig weitere Maßnahmen ein. Versorger und Betreiber der Gasleitungen müssen nun regelmäßig die Lage für die Bundesregierung einschätzen. Hintergrund für die Ausrufung der Frühwarnstufe ist Russlands Forderung, Gasrechnungen in Rubel zu begleichen, um den stark abgewerteten russischen Rubel zu stützen. Dies lehnen die G-7-Staaten und EU jedoch ab. 

Aktuell ist die Versorgung in Deutschland gesichert. Bei der Ausrufung der Frühwarnstufe handelt es sich um eine Vorsorgemaßnahme. Die Bundesregierung trifft damit Vorbereitungen für den Fall einer weiteren Eskalation seitens Russlands. In der Frühwarnstufe greifen marktbasierte Maßnahmen, um die Gasversorgung aufrechtzuerhalten: Dazu gehören etwa die Nutzung von Flexibilitäten auf der Beschaffungsseite, der Rückgriff auf Gasspeicher und die Optimierung von Lastflüssen. Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, um die Versorgung aufrechtzuhalten, werden die nächsten Stufen im Notfallplan eingeleitet.

Was ist der Notfallplan Gas und welche Krisenstufen gibt es?

Der Notfallplan Gas unterscheidet drei Krisenstufen: Frühwarnstufe, Alarmstufe und Notfallstufe.

 

Frühwarn- und Alarmstufe – Markt kann Störung noch allein bewältigen

In den ersten beiden Krisenstufen sichern marktbasierte Maßnahmen die Versorgung, z.B. die Umschaltung auf alternative Energieträger, die Ausübung von Unterbrechungsoptionen oder  Schalthandlungen im Versorgungsnetz, die in Betracht kommen, wenn zwar genügend Gasmengen zur Verfügung stehen, sich aber durch eine Einschränkung russischer Gasmengen die Lastflüsse ändern. In diesen ersten beiden Krisenstufen erfolgt stets eine enge Abstimmung der Netzbetreiber mit Bundesbehörden und Bundeswirtschaftsministerium.

 

Notfallstufe – Staat greift ein, Bundesnetzagentur verteilt

Sollten die marktbasierten Maßnahmen nicht ausreichen, kann die Bundesregierung die Notfallstufe ausrufen. Das passiert, wenn die Energieversorgung unmittelbar gefährdet oder gestört ist. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) kann dann hoheitliche Maßnahmen durchführen, die durch die Netzbetreiber ausgeführt werden müssen. Zwangsmaßnahmen sind zum Beispiel die Leistungsreduzierung bzw. Abschaltung von nicht-systemrelevanten Gaskraftwerken oder Industriekunden, um sicherzustellen, dass auch im Notfall Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und alle Privatkunden weiter mit Gas beliefert werden.

Wer zählt zu den geschützten Kunden?

Durch den Notfallplan Gas soll auch im Krisenfall die Versorgung gesichert werden. Dabei steht die Versorgung besonders geschützter Kunden im Vordergrund. Zu den gesetzlich geschützten Kunden gehören alle Haushaltskunden, kleine und mittlere Unternehmen, deren Verbrauch über sogenannte standardisierte Lastprofile gemessen wird, grundlegende soziale Dienste und unter bestimmten Voraussetzungen auch Fernwärmeanlagen, soweit sie Wärme an Haushaltskunden liefern.

Haben mögliche Versorgungsengpässe beim Erdgas Auswirkungen auf die Strom- und Fernwärmeversorgung?

Direkte Auswirkungen auf die Stromversorgung können aktuell ausgeschlossen werden. Im Fall einer Gasmangellage könnte von der Bundesnetzagentur angeordnet werden, dass Gaskraftwerke heruntergefahren werden. Dann springen aber Reservekraftwerke ein, die kurzfristig die benötigte Stromleistung bereitstellen und mit anderen Energieträgern wie z.B. Kohle betrieben werden können. Zum jetzigen Zeitpunkt hat eine Reduktion der Gaslieferungen also keine Auswirkungen auf die Stromversorgung.

Für die Sicherstellung der Fernwärme-Versorgung steht uns ein breiter Mix an Energieträgern und Erzeugungsanlagen zur Verfügung, so dass wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht von einer Einschränkung bei der Wärmeversorgung ausgehen.

Informationen für Privatkunden

Wie sicher ist die Versorgung mit Gas im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt und mögliche russische Blockaden von Energielieferungen?

Die Energiemärkte haben bereits deutlich auf die Nachrichtenlage reagiert. Aktuell kann wohl niemand eine seriöse Aussage treffen, wohin sich die Situation entwickelt. Aufgrund der aktuell äußerst unübersichtlichen Lage können bei den SWP momentan keine neuen Verträge abgeschlossen oder bestehende verlängert werden.

Müssen die Verbraucher mit weiter steigenden Preisen rechnen?

Der Preis für Energie wird wohl gerade mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen teurer werden. Eine kurzfristige Entspannung ist nicht in Sicht. Daher ist leider mit steigenden Preisen zu rechnen. Maßgeblich sind hier jetzt anstehende Entscheidungen der Politik. So soll beispielsweise die EEG-Umlage früher gesenkt werden. Rund 40 Prozent der Energiepreise sind staatlich veranlasst. Hier kann mit verschiedenen Maßnahmen die allgemeine Entwicklung wirksam gedämpft werden.

Ist es sinnvoll, statt auf Gas weiterhin auf Öl zu setzen?

Aktuell ist zu beobachten, dass auch die Ölpreise auf einem sehr hohen Level sind und wohl noch weiter steigen. Zudem ist Öl auch aus Sicht des Klimaschutzes keine zukunftsfähige Option. Mit einer modernen Gasheizung hat man als Kunde zudem mittelfristig die Möglichkeit, diese auch mit Wasserstoff oder Wasserstoffbeimischungen sowie synthetisch hergestellten Gasen zu betreiben. Interessant dabei: Russland fördert ungefähr genau so viel Öl wie Saudi-Arabien.

Wie eigenständig ist die Pforzheimer Energieversorgung im Blick auf das neue Gasmotoren-Kraftwerk?

Die Grundlast der Wärmeversorgung (Fernwärme) in unserem Heizkraftwerk wird durch Biomasse (Holzhackschnitzel) produziert. Gleichwohl sind wir mit den Gasmotoren zur Abdeckung von Lastspitzen von den allgemeinen geopolitischen Entwicklungen abhängig, da diese direkte Auswirkungen auf den globalen Energiemarkt haben. 

Werden Sanktionen auch Auswirkungen auf deutsche Bürger haben?

Davon ist auszugehen. Sanktionen betreffen nicht nur Unternehmen und ihre Beschäftigten, die mit Russland bislang gute Geschäfte machen. Das tangiert jeden, der von russischen Rohstofflieferungen abhängt, und damit letztlich einen Großteil der deutschen Haushalte sowie jeden Autofahrer. Und das nicht nur in Form von höheren Preisen, sondern zum nächsten Winter hin aller Voraussicht nach vor allem durch Knappheit. Energie könnte laut Energieexperten womöglich rationiert werden, um mit knappen Erdgasvorräten über die Runden zu kommen. Firmen müssten die Produktion drosseln, Gaskraftwerke stillstehen, Haushalte sparsamer heizen. Ob es so kommt, ist allerdings unklar. Als Energieversorger sind wir allerdings gesetzlich dazu verpflichtet, uns mit derartigen Szenarien zu befassen und uns entsprechend vorzubereiten. Auf EU-Ebene gibt es einen Solidaritätsmechanismus, unter dem EU-Länder im Ernstfall Gasreserven teilen sollen, um vor allem Haushalte vor Knappheit zu schützen. Deutschland hat dafür mit Dänemark und Österreich bilaterale Abkommen unterzeichnet, wie die dpa mitteilt. Allerdings sind auch dort die Speicherkapazitäten niedrig. Gleichzeitig bemüht sich die EU-Kommission um zusätzliche Lieferungen von Gas und Flüssiggas (LNG) in die EU. Dafür laufen nach offiziellen Angaben unter anderem Gespräche mit Aserbaidschan, Ägypten, Nigeria und Norwegen. Der norwegische Gaslieferant Equinor teilte allerdings mit, er produziere bereits bei maximaler Kapazität und es gebe nur begrenzte Möglichkeiten, die Produktion kurzfristig zu erhöhen.

Was sagen die Verbände?

VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing: „Erwartungsgemäß wirken sich politische Unsicherheiten, wie aktuell der Russland-Ukraine-Konflikt, auf den Finanz- und Rohstoffmärkten preistreibend aus. Ungeachtet dessen befinden wir uns bereits auf einem sehr hohen Preisniveau. Dies resultiert aus vielen, gerade auch internationalen Entwicklungen. Davon kann sich niemand abkoppeln. Selbst bei konservativer Beschaffungsstrategie müssen Stadtwerke daher sukzessive teurer einkaufen. Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht fundamental ändern, werden das die Verbraucherinnen und Verbraucher im Jahresverlauf auch bei Wärme- und Stromrechnungen spüren. Umso wichtiger ist, dass die Politik dort eingreift, wo sie es kann. Rund 40% der Energiepreise sind staatlich veranlasst. Hier kann mit verschiedenen Maßnahmen die allgemeine Entwicklung wirksam gedämpft werden. Darüber hinaus lehrt uns die aktuelle Situation, dass wir unsere Energiequellen weiter diversifizieren müssen. Das gilt für die noch benötigten fossilen Energieträger, vor allem aber für den Ausbau der Erneuerbaren. Sie bieten die beste Voraussetzung für langfristig stabile und erschwingliche Energiepreise.“

Wie ist die mittel- und langfristige Strategie der Bundesregierung?

Das Ziel ist klar: Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie russischem Gas soll verringert, die Energieversorgung auf eine breitere Basis gestellt werden. So könnte es dauerhaft mehr Importe von Flüssiggas geben. Viele Fragen sind aber offen - genauso wie beim Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland. Diese sind aus Sicht der Koalition nötig, weil Ende 2022 die letzten Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz gehen sollen und der Ausstieg aus der Kohleverstromung auf 2030 vorgezogen werden soll.

Was kann man tun, um Energie zu sparen?

Wer im Hinblick auf die aktuelle Situation Energie einsparen möchte, hat hierzu vielfältige Möglichkeiten. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes ⁠würden rund zehn Terawattstunden (TWh) Gas weniger benötigt, wenn alle Haushalte in Deutschland die Temperatur in den Wohnungen um ein Grad reduzierten. Bei einer Absenkung um zwei Grad wären es sogar rund 21 TWh. Das sind etwa fünf Prozent des derzeit aus Russland importierten Erdgases.

Auch beim Kochen kann man leicht Energie sparen; etwa, indem man darauf achtet, dass der Durchmesser des Kochtopfs mit der genutzten Herdplatte übereinstimmt und Wasser mit geschlossenem Deckel zum Kochen gebracht wird. 

Es empfiehlt sich zudem, den Gefrierschrank regelmäßig abzutauen. Denn dicke Eisschichten fressen Energie.

Auch beim Wäschewaschen ist es wichtig, auf die richtigen Programme zu achten und nur gut geschleuderte Kleidungsstücke in den Trockner zu tun: 1400 statt 1000 Umdrehungen pro Minute sparen etwa 20 Prozent Strom beim anschließenden Trockenvorgang.

Besonders empfehlenswert ist richtiges Lüften: Drei- bis viermal täglich sollte für etwa fünf Minuten das Fenster weit geöffnet werden (Stoßlüften). Die Heizungsventile sollten vorher zugedreht werden. Bei gekippten Fenstern ist der Belüftungseffekt hingegen gering, der Energieverlust dagegen sehr hoch.

Ratsam ist obendrein der Einsatz von Energiesparlampen im Haus: Sie verbrauchen fünfmal weniger Strom als herkömmliche Glühlampen und halten zwölfmal länger.

Auch der Stand-by-Betrieb von Elektrogeräten zählt zu den Energiefressern. Besser: Die Geräte nachts komplett abschalten.

Informationen für Geschäftskunden

Woher stammen die Gasimporte?

Mit rund 46 Prozent ist Russland für einen Großteil der Gasimporte in die EU und somit auch nach Deutschland verantwortlich. Dahinter folgen Norwegen mit 29 Prozent, sieben Prozent stammen aus Algerien. Im niederländischen Groningen gibt es ein wenig Eigenproduktion, die allerdings bald stillgelegt werden soll. Vor allem Gas, das durch Pipelines nach Deutschland kommt, lässt sich nicht so leicht umlenken und ersetzen wie Kohle. Zwar lassen sich zusätzliche Mengen an Flüssigerdgas (LNG) ankaufen. Doch das Angebot ist knapp und teuer; die USA, Katar und Australien dominieren den Markt. Das meiste LNG fließt derzeit nach Asien.

Wie ist die Lage aktuell?

Für ihre Kunden haben die SWP die vertraglich vereinbarten Energiemengen beschafft und erfüllen die Lieferverpflichtungen selbstverständlich. Wie sich die Gaspreise kurz-, mittel- und langfristig entwickeln, kann allerdings niemand zuverlässig prognostizieren. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle, nicht zuletzt die weitere Entwicklung des Russland-Ukraine-Konflikts. Als Kunde der SWP profitieren die Kunden von einer nachhaltigen Beschaffungsstrategie, die auf einen breiten Liefermix setzt und die Energiemengen zu einem hohen Anteil langfristig im Voraus beschafft. Allerdings können auch wir uns dauerhaften Preissteigerungen nicht entziehen.

Was würde geschehen, wenn Moskau kein Gas mehr liefert oder Deutschland Importe aus Russland stoppt?

Momentan fließt weiterhin Gas aus Russland nach Deutschland und in die EU. Die Versorgungssicherheit ist zum jetzigen Zeitpunkt gewährleistet. Kommt es durch den Krieg in der Ukraine jedoch zu einem Stopp der russischen Erdgas-Lieferungen nach Europa, wäre das in der Tat eine große Herausforderung für die längerfristige Versorgungssicherheit. In diesem Winter würde Deutschland voraussichtlich mit einem blauen Auge davonkommen, da recht mildes Wetter herrscht. Die Gasspeicher in Deutschland sind laut Bundesregierung derzeit zu knapp 30 Prozent gefüllt. Sorgen bereitet vielen Experten in der Energiewirtschaft allerdings der kommende Winter und die Heizperiode 2022/2023. Eventuell könnte es dann zu Versorgungsengpässen kommen. Bislang allerdings liefert Russland weiterhin Gas, die Mengen sind stabil. Auch zu Hochphasen des Kalten Kriegs wurden die Liefervereinbarungen stets erfüllt. Doch jüngste Äußerungen der russischen Regierung lassen darauf schließen, dass über einen Gas-Lieferstopp zumindest nachgedacht wird. Sollte das tatsächlich knapp werden, bliebe nur eines: den Verbrauch einzuschränken.

Was würde eine Einschränkung des Verbrauchs konkret bedeuten?

Im Falle eines deutschlandweiten Engpasses hinsichtlich der vorhandenen Gasmengen regelt der „Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“ die Versorgung. Dieser ermöglicht deutschen Behörden bei gravierenden Marktverwerfungen und Versorgungskrisen weitreichende Eingriffe in den Markt, um die Gasversorgung in Deutschland zu sichern. Sollten marktbasierte Maßnahmen, wie zum Beispiel der Rückgriff auf Speicher oder der Bezug von Erdgas aus alternativen Lieferquellen, nicht ausreichen, kann die Bundesregierung per Rechtsverordnung die sogenannte Notfallstufe ausrufen. Dann kann die Bundesnetzagentur Priorisierungen anordnen, zum Beispiel die Leistungsreduzierung beziehungsweise die Abschaltung von nicht-systemrelevanten Gaskraftwerken oder Industriekunden, um sicherzustellen, dass auch im Notfall Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und alle Privatkunden weiter mit Gas beliefert werden. Diese Anordnungen wären behördliche Verfügungen der zuständigen staatlichen Stellen, auf die Energieversorger wie die SWP keinen Einfluss hätten.

Weshalb steht die Industrie besonders im Fokus?

Große Firmen benötigen für viele Prozesse Energie aus Russland: Raffinerien beispielsweise, die Öl zu Kraftstoffen und Chemikalien verarbeiten. Insgesamt kam zuletzt mehr als ein Drittel der Rohöl-Einfuhren Deutschlands aus Russland. Allerdings lässt sich Öl vergleichsweise leicht aus anderen Staaten importieren; Schiffe können den Rohstoff in Häfen in das Pipeline-Netz einspeisen.

Anders sieht die Lage beim Erdgas aus: Für die Chemieindustrie beispielsweise ist Gas einer der wichtigsten Rohstoffe: Ganze Chemieparks betreiben eigene Gaskraftwerke, um Strom und Dampf für die Fabriken zu erzeugen. Und die Branche braucht Gas für viele Prozesse wie etwa die Herstellung von Dünger oder Wasserstoff. Für energie-intensive Industrien könnte die Lage "sehr problematisch werden, sollte Gas in Europa knapp werden", mahnt Wolfgang Große Entrup, Chef des Chemieverbands VCI.

Auch Branchen, die bislang noch abhängig von Kohle sind, werden dies zwangsläufig ändern müssen, da mit Kohle betriebene Hochöfen viel Treibhausgas ausstoßen. Einige Unternehmen planen erste große Anlagen, die Eisenerz mithilfe von Erdgas und langfristig mit Wasserstoff zu Roheisen verarbeiten. Das schont das Klima, wenn der Wasserstoff zuvor mit Ökostrom aus Wasser oder Sonnenenergie erzeugt wird. Kurzfristig wird aber auch hier viel Gas benötigt.