FAQ zur Energiepreisentwicklung

Die Preise für Strom und Erdgas liegen immer noch deutlich über dem Vorkrisen-Niveau. Viele fragen sich: Wie entwickeln sich die Preise an den Beschaffungsmärkten und wie wirkt sich das auf meinen Preis aus? 

Es gibt viele Fragen – wir haben Antworten auf die am häufigsten gestellten:

Nachdem die Preise an den Beschaffungsbörsen 2022 im Zuge des Ukraine-Kriegs auf Werte explodiert sind, die bis zu 10-mal so hoch lagen wie vor der Krise, hat sich die Lage in den vergangenen Monaten wieder stabilisiert. Momentan sind die Großhandelspreise zwar deutlich günstiger als noch in der Hauptkrisenphase des Jahres 2022, aber im Durchschnitt immer noch rund 3-mal höher als vor der Energiekrise. Und der Markt reagiert weiter nervös auf politische Krisen und Nachrichten, was zu starken Ausschlägen an den Börsen führt.

Die Stadtwerke Pforzheim beschaffen die Energie für ihre Kundinnen und Kunden langfristig im Voraus und über einen längeren Zeitraum hinweg in Teilmengen. Das bedeutet, dass wir nur sehr geringe Mengen Energie zu tagesaktuellen Preisen am Spotmarkt einkaufen. Der allergrößte Teil der benötigten Strommengen wird stattdessen am sogenannten „Terminmarkt“ beschafft – in Tranchen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und bis zu drei Jahre im Voraus. Aus diesem Grund schlagen die Börsenpreisentwicklungen der Strom- und Erdgas-Großhandelspreise nicht 1:1 und auch nicht sofort auf Ihren Preis durch.  

Vorteil dieser langfristigen Beschaffungsstrategie ist, dass kurzfristige Preisspitzen geglättet werden und Kundinnen und Kunden vor Preissprüngen an der Börse geschützt sind. Davon haben Kundinnen und Kunden der Stadtwerke Pforzheim zuletzt in der Energiekrise profitiert, weil wir die Preise lange konstant beziehungsweise auf niedrigerem Niveau als Wettbewerber halten konnten, die ein kurzfristige und risikoreichere Einkaufsstrategie verfolgen.

Sinkende Großhandelspreise wirken sich im Endkundenpreis erst mit Verzögerung aus. Denn gemäß unserer langfristigen Beschaffungsstrategie müssen wir auch dann, wenn die Großhandelspreise für Energie sehr hoch sind, zukünftige Energiemengen für unsere Kundinnen und Kunden sichern. Die hohen Preise, die wir auf dem Höhepunkt der Energiekrise 2022 an der Börse zahlen mussten, schlagen sich nun zeitlich versetzt, aber immer noch gedämpft, in den Endkundenpreisen nieder.

Anders als Kunden von Discountanbietern mit Lockangeboten, die in der Energiekrise – als die Preise an den Börsen Höchststände markierten – den Kunden einfach kündigten oder überzogene Preiserhöhungen vornahmen, profitieren die Kundinnen und Kunden der Stadtwerke Pforzheim von Planbarkeit und Verlässlichkeit.

FAQs zur Strompreisentwicklung

Versorgungsengpässe im Winter 2023/24 sind aktuell nicht zu erwarten. Mittlerweile decken erneuerbare Energien rund die Hälfte des Strombedarfs in Deutschland ab. Der restliche Strom wird aus Erdgas und Kohle gewonnen. Beide Energieträger sind in ausreichenden Mengen vorrätig. So sind die deutschen Gasspeicher Anfang November 2023 bereits zu 100 Prozent gefüllt. Wichtig ist aber: Auch wenn die Lage auf dem Energiemarkt sich entspannt hat, ist die Energiekrise noch nicht vorüber. Der sparsame Umgang mit Energie bleibt wichtig. Wir von den Stadtwerke Pforzheim unterstützen Sie dabei und haben Informationen zum Energiesparen zusammengestellt.

Der Strompreis setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen:

  1. Kosten für die Strombeschaffung, Service und Vertrieb,
  2. Netzentgelte und
  3. Steuern, Abgaben und Umlagen.

Mit rund 52 Prozent machen die Kosten für die Strombeschaffung den größten Anteil aus. Auf die Höhe der Netzentgelte und Steuern, Abgaben und Umlagen haben die Stadtwerke Pforzheim keinen Einfluss. Das Netzentgelt hat 2023 durchschnittlich einen Anteil von rund 21 Prozent am Strompreis eines Privathaushalts. Der Anteil von Steuern, Abgaben und Umlagen beträgt bei Haushaltskunden durchschnittlich 27 Prozent.

Neben der Mehrwertsteuer werden folgende Steuern, Abgaben und Umlagen auf Strom erhoben:

  • Stromsteuer / Energiesteuer – die Steuer auf den Energieverbrauch
  • KWK-Umlage – nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz
  • Konzessionsabgabe – das Entgelt an die Kommune für die Nutzung von Straßen und Wegen
  • Offshore-Netzumlage – zur Absicherung von Anschlussrisiken von Offshore-Windparks
  • § 19 Abs. 2 Strom-NEV-Umlage – zur Finanzierung der Entlastung stromintensiver Betriebe von den Netzentgelten

In Summe sind die Steuern, Abgaben und Umlagen für deutsche Haushaltsstromkunden im Vergleich zu dem zweiten Halbjahr 2022 leicht gestiegen und betragen nun im bundesweiten Durchschnitt 12,47 ct / kWh (2. Halbjahr 2022: 11,35 ct / kWh).

FAQs zur Gaspreisentwicklung

Laut Bundesnetzagentur sieht die Lage für die Gasversorgung in Deutschland momentan besser aus als vor einem Jahr. Die Gasspeicher sind zu 100 Prozent gefüllt, neue Importmöglichkeiten für Gas wurden geschaffen und die Versorgungsstruktur weiter diversifiziert. Die Einspeisemöglichkeiten aus LNG-Anlagen wurden erweitert, Gasimporte aus Russland durch Lieferungen aus anderen Herkunftsländern kompensiert. Zudem konnte der Gasverbrauch in Deutschland deutlich gesenkt werden.

Der Gaspreis setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen:

  1. Dem Preis für die Beschaffung, Kundenservice und Vertrieb
  2. den regulierten Entgelten für die Netznutzung und
  3. Steuern und Abgaben, die staatlich festgelegt sind.

Bei Haushaltskunden beträgt der Anteil für Steuern und Abgaben im Juli 2023 14 Prozent. Auf die Netzentgelte entfallen ebenfalls rund 14 Prozent des Gaspreises. Der Preisbestandteil Gasbeschaffung, Service und Vertrieb ist im Bundesdurchschnitt aufgrund der Energiekrise im Juli 2023 auf 74 Prozent angestiegen.

Neben der Mehrwertsteuer gibt es folgende Steuern, Abgaben und Umlagen auf Gas:

  • Erdgassteuer – die Steuer auf den Energieverbrauch
  • Konzessionsabgabe – das Entgelt an die Kommune für die Nutzung von Straßen und Wegen
  • CO2-Preis – mit dem der CO2-Ausstoß fossiler Energieträger staatlicherseits „bepreist“ wird
  • Gasspeicherumlage – die beitragen soll, Kosten für die Versorgungssicherung auszugleichen

In Summe sind die Steuern, Abgaben und Umlagen im Vergleich zu dem zweiten Halbjahr 2022 niedriger ausgefallen – vor allem wegen der reduzierten Mehrwertsteuer.

Sie betragen nun im bundesweiten Durchschnitt 2,18 ct / kWh in der Einfamilienhausversorgung (EFH) und 2,16 ct / kWh für die Versorgung in Mehrfamilienhäusern (4. Quartal 2022: 2,50 ct / kWh EFH bzw. 2,49 ct / kWh MFH).

FAQs zur Fernwärmepreisentwicklung

Wir sind davon überzeugt, dass Fernwärme überall dort, wo sie verfügbar ist, die beste Lösung für die Wärmeversorgung darstellt. Dies zeigt auch die extrem hohe Nachfrage in Pforzheim nach Fernwärme. Wir entsprechen bereits heute mit der Fernwärme den Anforderungen des Gebäude-Energiegesetzes. Und es gibt weitere Vorteile: So entfällt der Einbau einer eigenen Heizungsanlage und die entsprechende Wartung bzw der Austausch der Komponenten. Die Kunden können sich zudem sicher sein, immer auf dem neuesten Stand der Technik zu sein. So planen die SWP bereits heute, Teile der Gasmotoren im Heizkraftwerk mit Wasserstoff zu betreiben. Wir gehen davon aus, dass andere private Heizungsarten wie Gas- und Ölheizungen auf Dauer teurer werden durch den massiven Anstieg der CO2-Preise. Grundlage dafür ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz.

Die SWP haben zum Jahreswechsel den Arbeitspreis von 23,34 Cent (21,82 Cent netto) pro Kilowattstunde um 2,1 Cent (1,97 Cent netto) auf 21,24 Cent (19,85 Cent netto) pro Kilowattstunde gesenkt.

Dass die Kunden nicht noch weiter entlastet werden können und die Fernwärme-Kosten ansteigen, liegt an Entscheidungen der Bundesregierung, auf die wir keinerlei Einfluss haben. Hierzu gehört beispielsweise der Wegfall der Preisbremsen sowie die Erhöhung der Emissionspreise. Zudem sind die Lohnkosten gestiegen, die im Lohnpreisindex abgebildet werden, ebenso wie die Holzpreise. Auch hierauf haben wir keinen Einfluss.

Dennoch wirkt sich die Preissenkung für die Kunden spürbar aus: So spart ein Durchschnittskunde mit einem Verbrauch von jährlich 20.000 kWh rund 420 Euro aufgrund unserer Preissenkung im Vergleich zum Vorjahrespreis (ohne Preisbremse).

Es stimmt, dass sich die Situation an den Energie-Börsen etwas entspannt hat. Allerdings ist der Gaspreis nur ein Bestandteil der Fernwärmekosten. Der Preis setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen, welche wir auf unserer Fernwärmeseite  transparent darstellen. Anhand der Daten können Sie die Entwicklung jederzeit vollkommen transparent selbst überprüfen.

Fernwärme ist in verschiedenen Städten auch deshalb unterschiedlich teuer, da sich Erzeugungsarten und Herstellungskosten teilweise stark unterscheiden. Auch die Transportkosten im Fernwärmenetz sind entsprechend der Topografie einer Stadt unterschiedlich hoch.

Über den Grundpreis werden die Kosten für die Instandhaltung und Bereitstellung des Netzes abgerechnet. Und auch hier unterliegen wie allgemeinen Kostensteigerungen.