Mit Fernwärme von den SWP kann man im Sommer auch kühlen!

In unseren Gefilden hat die Fernwärme sommers wenig zu tun, denn kaum jemand dreht den Heizkörper auf – dann schon eher die Klimaanlage. Da liegt die Frage nahe: Kann man die ohnehin vorhandene Fernwärme nicht auch zum Kühlen nutzen? Man kann! Während draußen die glühende Hochsommersonne alles gibt, steigt auch die Raumtemperatur schnell ins Unangenehme – oder eine Klimaanlage kann der Hitze Paroli bieten. Doch so angenehm es besonders am Arbeitsplatz ist, wenn die Luft drinnen kühl ist, während sie draußen über dem Asphalt flirrt: Für ökologisch bewusste Menschen hat die Klimatisierung stets den weniger angenehmen Beigeschmack von hohem Energieverbrauch und CO2-Ausstoß.

Fernwärme kann auch kühlen

Dabei gibt es gerade im Sommer einen Energieträger im Überfluss, weil er für seine eigentliche Aufgabe, das Heizen, kaum benötigt wird: Fernwärme. Da sowohl Energie (insbesondere Fern- aus Abwärme) als auch Infrastruktur ohnehin vorhanden sind, liegt hier ein besonders vielversprechendes Potenzial. Denn die Nutzung von Wärmeanlagen außerhalb der Heizperiode steigert logischerweise deren Wirtschaftlichkeit – oder ermöglicht sie überhaupt erst.Wissenschaftler, u. a. der Technischen Universität Berlin und des Bayerischen Zentrums für angewandte Energieforschung (ZAE Bayern), arbeiten deshalb seit geraumer Zeit daran, diese neue, sommerliche Aufgabe der Fernwärme technisch und wirtschaftlich sinnvoll zu realisieren. Unter der Bezeichnung „Kälte aus Wärme“ ist es ihnen in aufwendiger Forschungsarbeit gelungen.

„Kälte aus Wärme“: Das klingt widersprüchlich, doch die Technologie zur Umwandlung von Niedertemperaturwärme in Kälte gibt es schon recht lange. Nur wurde sie in jüngster Zeit so perfektioniert, dass die Kälteerzeugung auch wirtschaftlich möglich ist. In Zahlen heißt das: Gegenüber einer konventionellen Klimaanlage lassen sich ca. 25 % des Energieaufwandes einsparen – und damit des CO2-Ausstoßes sowie der Energiekosten. Der Wartungsaufwand ist ebenfalls deutlich geringer – bei größerer Zuverlässigkeit.

Absoption und Adsorption

Das Herz der cleveren Technik ist eine Absorptionskältemaschine oder eine Adsorptionskältemaschine. Sie wandelt sowieso vorhandene, nicht benötigte Fernwärme – z. B. Kraftwerksabwärme, die ja unabhängig von den Außentemperaturen auch im Sommer anfällt – in Kälte um. Bisher war die Realisierung entsprechender, bauartbedingt noch recht großer, Anlagen jedoch sehr aufwendig: Es brauchte viel Platz und einen recht hohen Kältebedarf, um wirtschaftlich zu arbeiten, da die meisten verfügbaren Absorptionskältemaschinen auf Leistungen ab ca. 300 kW ausgelegt sind. Deswegen kamen nur große Immobilien wie Industrieanlagen oder Bürokomplexe infrage – und deswegen gibt es in Deutschland noch recht wenige derartige Systeme.

Energie und Anlagen effizienter nutzen

In gezielter Forschungsarbeit auf dem Prüfstand und mit Testanlagen wurde die Technologie stetig perfektioniert und verkleinert. So werden die Rückkühlgeräte nicht mehr mit Wasser besprüht – sie arbeiten trocken, bilden keine Schwaden und benötigen auch bei Jahrhundertsommer-Temperaturen keine Nasskühltürme. Die leichteren, niedrigeren und leiseren Kühler lassen sich viel unkomplizierter installieren, etwa gut versteckt auf Dächern höherer Gebäude. Durch diesen signifikanten Fortschritt eignet sich die Technologie auch für weniger große Gebäudeeinheiten – und auch mitten in der Stadt. Deshalb spielt das Thema für die Stadtwerke Pforzheim eine immer größere Rolle, die perspektivisch weit über Pilotprojekte hinausgeht. Mehrere Experten sind damit beschäftigt, entsprechende, in den Anforderungen möglichst weit gefächerte Projekte ins Rollen zu bringen, um Praxiserfahrung zu sammeln und die Technologie noch alltagstauglicher zu machen.

Wenig Aufwand, mehr Kälte

Die Absorptionskältemaschine nutzt Wasser mit einem chemischen Kältemittel wie Ammoniak oder mit einem Fluorkohlenwasserstoff. Das Verdampfen des Kältemittels erzielt einen Kühlungseffekt. Dies eignet sich für große Kälteleistungen ab 10 kW bis viele MW.
Die Adsorptionskältemaschine lagert als Kältemittel Wasser an einen festen Stoff wie Kieselgel an und bringt es durch Wärmezufuhr wieder in den Kältekreislauf ein. Das ist umweltfreundlich und für Kälteleistungen von 1 kW – 250 kW.

Kälte aus (Fern)Wärme - die Vorteile gegenüber herkömmlichen Klimaanlagen

  • Bis zu 25 % weniger Energieverbrauch
  • Klimafreundlich: weniger CO2-Ausstoß durch Nutzung von Industrie- und Kraftwerksabwärme
  • Geringere Betriebskosten
  • Geräuscharmer Betrieb
  • Umweltfreundlich: Nutzung überflüssiger, ohnehin vorhandener (Ab)wärme
  • Geringerer Wartungsaufwand bei hoher Zuverlässigkeit
  • Verwendung umweltfreundlicher Kältemittel

Vielleicht ist „Kälte aus Wärme“ ja eine Alternative für Ihre Immobilie? Das Team der Energiedienstleistungen der Stadtwerke Pforzheim beraten Sie gern ausführlich telefonisch unter (07231) 3971-3245 oder kontaktieren Sie uns Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

SWP Stadtwerke Pforzheim GmbH & Co. KG, Sandweg 22, 75179 Pforzheim | Handelsregister Mannheim, HRA 50 36 09 | USt Id.Nr.: DE 214129630
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