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Created with Sketch. Störungsmeldung

Bei einer Störung im Bereich Strom, Erdgas, Trinkwasser, Fernwärme oder Straßenbeleuchtung erreichen Sie die Stadtwerke Pforzheim jederzeit unter den folgenden Telefonnummern.

 

0800 797 39 38 37

  • 24 Stunden erreichbar
  • Kostenlos aus dem deutschen Festnetz

 

Defekte Straßenbeleuchtungen können Sie problemlos unter folgendem Link melden: www.stoerung24.de

Was tun bei Gasgeruch? Klicken Sie hier!

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Sie erreichen uns telefonisch über unsere Service-Hotline

 

(07231) 3971-3971

  • montags bis donnerstags von 08:00 bis 17:00 Uhr, freitags von 08:00 bis 15:00 Uhr
  • Kosten gemäß Ihrem Telefonanbieter

Wir sind wieder persönlich für Sie da!

Ab Montag den 28.06.2021 öffnet unser Kundencentrum im Sandweg 20 wieder seine Tore! Wir freuen uns sehr, Sie wieder persönlich begrüßen zu dürfen.

Bitte beachten Sie folgende Hinweise für den KC-Besuch:
-    Einhaltung der aktuellen Hygienevorschriften und der 3G’s (Genesene, Geimpfte oder Getestete mit entsprechendem Nachweis)
-    Max. 2 Personen pro Kundentermin
-    Einlass nur mit vorheriger Terminbuchung

Unsere Öffnungszeiten
Montag09:00 Uhr – 12:30 Uhr / 14:00 Uhr – 18:00 Uhr
Dienstag09:00 Uhr – 13:00 Uhr
Mittwoch09:00 Uhr – 12:30 Uhr / 14:00 Uhr – 17:00 Uhr
Donnerstag09:00 Uhr – 12:30 Uhr / 14:00 Uhr – 18:00 Uhr
Freitag09:00 Uhr – 13:00 Uhr

Auf Grund der aktuellen Situation bitten wir Sie vorab einen Termin zu vereinbaren!

Die größte Heizung Pforzheims

In den vergangenen Wochen haben wir viel über das Heizkraftwerk am Enzauenpark berichtet - und dazu hatten wir gute Gründe. Mit den fünf neuen Gasmotoren haben wir die perfekte Ergänzung für den Biomasseblock geschaffen und den Kohleausstieg weit vor dem gesetzlichen Ziel geschafft.

Das ist nicht nur für uns ein wichtiger Schritt in die zukünftige Versorgungssicherheit und Netzstabilität, sondern für viele andere Energieerzeuger und Stadtwerke ein gutes Beispiel dafür, wie die Energiewende und andere Großprojekte funktionieren können. Wie Energiewende in der Realität aussieht und wie sich Technologien im Lauf der Jahre ändern, das möchten wir in diesem Artikel zeigen. Denn die Weiterentwicklung der Strom- und Wärmeversorgung ist ein Prozess, der sehr gut am Beispiel unseres HKW greifbar gemacht werden kann.

Die Anfänge der Kraft-Wärme-Kopplung in Pforzheim

Schon im Jahr 1949 werden im Zuge des Wiederaufbaus des Emma-Jaeger-Bades erste Ideen laut, die Erzeugung von Elektrizität und Wärme zu verbinden und sich anfallende Abwärme zunutze zu machen. Mit dem Beschluss des Gemeinderats vom 22. Mai 1953 werden diese Überlegungen konkretisiert, im folgenden Oktober beginnt der erste Bauabschnitt. Drei Kessel zur Erzeugung von 22 t Dampf/h und eine Gegendruckturbine (600 kVA) erzeugen nun im Osten der Innenstadt Wärme und Strom, was die Nachfrage an Fernwärme steigen lässt. Im ersten Betriebsjahr (1954) werden 1,5 Mio. kWh Strom erzeugt. Damit wurden die Anforderungen an die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und die Erschließung neuer Wohngebiete erfüllt und die Versorgungssicherheit gewährleistet.

Große Anforderungen an die Energieerzeugung

In den Jahren 1964 bis 1967 wurde die Kraft-Wärme-Kopplung und der Gebäudekomplex weiter ausgebaut. Für zwei Hochdruckkessel (je 40 t/h), eine Entnahme-Kondensations-Dampfturbine (16 MWel), den Ausbau des Kessel- und Betriebsgebäudes und einen 100 Meter hohen Schornstein wurden rund 17 Mio. DM investiert. Neben Kohle und Schweröl als eingesetzte Primärenergien war damals bereits die Erdgasverfeuerung üblich. Mit der 1970 vollendeten dritten Turbine steigt die mögliche Leistung des HKW auf rund 33 MW - damit kann der Strombedarf Pforzheims in diesem Jahr zu mehr als die Hälfte aus eigener Produktion gedeckt werden.

Nur ein Jahrzehnt nach dem letzten Ausbau, in den Jahren 1977-1980, folgen dann die nächsten Schritte: Eine Gas-Kombi-Anlage (23,2 MW), ein Abhitzkessel (75 t/h), eine weitere Dampfturbine (16,7 MW) und zwei Warmwasser-Wärmespeicher ergänzen das bestehende HKW - eine weitere Investition in Höhe von rund 53 Mio. DM in die Energieerzeugung und die Entwicklung der Stadt Pforzheim als Wohn- und Wirtschaftsstandort. Nun hat das HKW eine Dampfleistung von 269 t/h und eine Stromerzeugungskapazität von 72,9 MW.

Neue Umweltstandards

Im Jahr 1990 wird der kohlebefeuerte Wirbelschichtblock mit Hochdruckkessel (90 t/h) und Dampfturbine (29,7 MW) fertig gestellt und das Kessel- und Betriebsgebäude weiter ausgebaut. 50.000 t Kohle kommen jährlich aus dem Saarland. Mit der neuen, effizienten Anlage unterschreitet das HKW die Grenzwerte von Schwefeldioxyd und Stickoxyd weit und setzen für die damalige Zeit neue Umweltstandards. Zeitgleich steigert sich die Gesamtkapazität auf 212 MW Wärmeleistung und 102 MW elektrische Leistung. Die Ausgliederung des Heizkraftwerks wurde im Jahr 1998, also noch bevor die gesamten Stadtwerke Pforzheim als GmbH aus den städtischen Betrieben ausgegliedert wurden, vollzogen. Dieser Schritt war weniger wirtschaftlichen Gründen geschuldet – wichtiger war es, einen oder mehrere Partner zu finden, die sich mit dem Betrieb von Großkraftwerken auskannten und ihr Knowhow mit einbringen konnten. Dieser Partner wurde zunächst mit den EnBW, später auch mit der Thüga als langfristige Partnerin und Gesellschafterin gefunden. Die SWP lief parallel zu diesem Prozess bis zum Jahr 2002 als städtischer Eigenbetrieb weiter.

CO2-neutrale Energie für Pforzheim

Der modulare Aufbau, die stete Erweiterung und Verbesserung wird bereits jetzt auch in der Optik des HKW deutlich. Und auch der technische Fortschritt macht sich bemerkbar - insbesondere bei den CO2-Emissionen. Mit dem Biomasseblock, der 2005 ans Netz geht, blicken die SWP und Pforzheim auf 40 Jahre Heizkraftwerk und Kraft-Wärme-Kopplung zurück. Zeitgleich aber auch auf Jahre der Kohleverstromung. Bis heute deckt das Biomassekraftwerk die Grundlast fast ausschließlich CO2-neutral aus biologischem Abfall, Altholz und Holzschnitzeln.

Das Ende der Ära Kohle - Der Kohleausstieg für Pforzheim

Mit dem Ende der Kohleverstromung ist uns das gelungen, was in Baden-Württemberg bisher noch einzigartig ist.Ab 2018 startete die Planung für den nächsten Baufortschritt, der 2019 starten und 2021 schon einsatzbereit sein sollte. Mit einem Investitionsvolumen von etwa 75,5 Mio. Euro ist es das kostenintensivste Projekt rund um das HKW: Die 5 neuen Gasmotoren (je 10 MWth/el) und der 32 MWth leistungsstarke Spitzenlastkessel. Das hochmoderne neue Gasmotorenkraftwerk ergänzt nun den bereits bestehenden Biomasseblock im HKW.

Mit einem beispielhaften Wirkungsgrad von 96 Prozent arbeiten die neuen Motoren deutlich effizienter als der frühere Kohleblock und sparen jährlich rund 35.000 Tonnen CO2 ein. Auch alle Grenzwerte wie zum Beispiel Stickoxid und Kohlenstoffmonoxid werden weit unterschritten. Damit konnten wir das neue Klimaschutzgesetz bereits 17 Jahre früher als gefordert erfüllen und den Ausstieg aus der Kohleverstromung endgültig schaffen. Denn seit dem Frühjahr 2021 ist der kohlebetriebene Wirbelschichtblock kalt geblieben - und wird das auch bleiben.

Durch die variablen Möglichkeiten, die uns die fünf neuen Gasmotoren bieten, auch synthetische Gase oder Biomethan zu verstromen, sind wir mit dieser Investition dem Ziel, baldmöglichst vollkommen CO2-neutral zu sein, ein gutes Stück nähergekommen. Gleichzeitig können die Gasmotoren kurzfristig hohe Stromnachfragen abfangen und stabilisieren somit das gesamte Stromnetz – besonders in schattigen oder windstillen Zeiten, wenn an anderer Stelle zu wenig eingespeist wird. Die Motoren passen durch ihr hohes Maß an Flexibilität somit optimal in das momentane energiewirtschaftliche Umfeld. Vollautomatisiert erkennt eine moderne Software steigende Nachfragen und reagiert flexibel auf Schwankungen auf dem Markt oder im Netz. Damit setzen wir auf eine digitalisierte und auch wirtschaftlich nachhaltige Energiewende.