Generator mit Turbine

Der Generator und die darunter liegende Turbine

Die Umbauarbeiten am Flusskraftwerk Auerbrücke gehen in eine entscheidende nächste Phase: Nach der vorübergehenden Stilllegung lassen die Stadtwerke Pforzheim (SWP) jetzt im Zuge der Rehabilitierung des Kraftwerks den Maschinenpark komplett überarbeiten. Um die tonnenschweren Kaplan-Turbinen und die Generatoren aus ihrer Position im Fluss herausheben zu können, wurde ein Fangedamm aus Sandsäcken gebaut, um den Unterwasserbereich trocken zu legen. Danach wurde eine Dammtafel eingebaut, die das Unterwasser absperren soll. Erst dann kann ein Kran die Turbinen und die beiden Generatoren herausheben und auf einen Tieflader setzen.

Die Arbeiten zur Wasserhaltung in der Enz im Vorfeld des Ausbaus waren zeitaufwendig und anspruchsvoll. Nach der Sicherung des Grobrechens und Umlegen der Wehrklappe im Flusskraftwerk hob ein Autokran zahlreiche Sandsäcke mit jeweils einer Tonne Gewicht in die Enz ein. Danach setzte ein spezieller Spinnenbagger die Sandsäcke in Position, der für die Arbeit am Steilhang mit Rädern und zusätzlichen Schreitbeinen ausgerüstet ist. Nach Abdichten und Trockenlegen des entsprechenden Flussabschnitts können Turbinen und Generatoren über einen Revisionsdeckel aus dem Flusskraftwerk gehoben werden. Die Maschinen, die seit 1984 im Flusskraftwerk eingesetzt sind, werden beim Hersteller komplett revidiert. Dazu zerlegt die Herstellerfirma Andritz Hydro GmbH in Ravensburg die Turbinen und befundet sie mithilfe Röntgen- und Ultraschalltechnik.

Die komplette Überarbeitung wird voraussichtlich zwei Monate dauern.

Die Generatoren werden bei der Herstellerfirma Schorch überholt. Nach den Instandsetzungsarbeiten werden Turbinen und Generatoren nach Pforzheim zurückgebracht, ins Flusskraftwerk eingehoben und wieder in Betrieb genommen.

Das Flusskraftwerk Auerbrücke erzeugt mit seinen beiden Kaplanturbinen jährlich etwa 3,5 Mio. kWh Strom und vermeidet dabei klimaschädliche Emissionen. Da derzeit das Wasserkraftwerk mit Fischpässen versehen und damit im Rahmen des Umweltschutzes für Fische passierbar gemacht wird, nutzen die SWP die Pause zur Sanierung der Maschinen. Auch die Steuerungseinheiten werden auf Digitaltechnik umgerüstet. Mit dieser Umbaumaßnahme und den dafür notwendigen Investitionen bekennen sich die SWP zur Energieerzeugung am Standort Pforzheim und zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.

Wie funktioniert das Flusskraftwerk Auerbrücke?

Im Laufwasserkraftwerk Auerbrücke sind zwei Kegelrad-Rohrturbinen (Kaplan-Turbinen) eingebaut, die einem Schiffspropeller gleichen. Wasser strömt durch den Leitapparat auf das Laufrad und wird dabei in mechanische Energie umgewandelt. Der Leitapparat steuert mit seinen vielen beweglichen Schaufeln rund um den Turbinenzulauf die Wassermenge und lenkt sie in der gewünschten Anströmung auf das Laufrad. Dadurch funktioniert die Turbine auch in Teillastbetrieb gut, also auch bei Niedrig- oder Hochwasser. Die Leitschaufeln der beiden Turbinen sind jedoch nach langen Jahren des Gebrauchs wegen Schmutz und Rost sehr schwergängig und müssen in einer Spezialwerkstatt in Ravensburg komplett revidiert werden.

Die Antriebswelle des Laufrades führt nach außen und ist dort jeweils mit einem Generator verbunden, der die mechanische in elektrische Energie umwandelt. Der Strom aus Wasserkraft kann nun ins Stromnetz eingespeist werden.

Robin Saalmüller, Leiter Presse- / Öffentlichkeitsarbeit
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