Jetzt beim SWP Ratekrimi mitmachen und Theaterkarten gewinnen

Es hätte so ein schöner Tag werden können. So langsam wurde mir bewusst, dass es sich nicht nur in meiner Pfälzer Heimat gut leben lässt. Zu Beginn hatte ich noch Bedenken, als mich die Pforzheimer Kripo im Rahmen eines Austauschprogramms eingeladen hatte. Glücklicherweise arbeitete mein ehemaliger Schulkamerad Paul bei der hiesigen Kripo, was mir die Eingewöhnung wesentlich erleichterte. Ich wohnte in seinem Gästezimmer und nach Dienstschluss zeigte er mir das eine oder andere Geheimnis Pforzheims. Die Pforzheimer hatten zwar nicht so viel Wein wie wir Pfälzer zu bieten, dafür konnten sie jedoch mit so manch anderen schönen Dingen Punkten, die es in meiner Heimat nicht gab.

Für heute Abend hatten Paul, seine Frau und ich Karten für eine Theateraufführung im CongressCentrum. Ich schaute zum hundertsten Mal auf die Uhr: 16 Uhr. Der Tag zog sich ohne besondere Vorkommnisse wie Kaugummi in die Länge. Ein Telefonanruf änderte alles.

„Los, Reiner, steh auf, wir müssen los!“ Paul drängelte. Während wir mit seinem Dienstwagen losfuhren, erklärte er mir, dass im Verwaltungsgebäude der SWP der Weihnachtsschmuck verschwunden war. Ungläubig starrte ich ihn an: „Und deswegen fahren wir mit Sondersignal?“
Paul lachte. „Ist ja sonst nichts los heute. Und bevor du einschläfst...“

Kaum waren im Hof der Verwaltung ausgestiegen, kam uns ein Mann entgegengerannt. Er stellte sich als Facility Manager Michael Geister vor. Aufgeregt führte er uns in eine Lagerhalle, in der ein Gabelstapler stand und zeigte auf ein Hochregal. „Dort habe ich vor einer guten Stunde mit dem Stapler die Weihnachtsbeleuchtung heruntergeholt, wa. Dann wurde ich ins Büro gerufen, um eine blinkende Neonlampe zu reparieren. Als ich zurückkam, waren die teuren Lampen nicht mehr da, wa.“

Paul sah Geister seltsam an. „Ich dachte mir die ganze Zeit, dass ich Sie schon einmal gesehen habe. Durch Ihren Berliner Dialekt weiß ich nun auch, woher ich Sie kenne.“
Er lachte und fuhr fort: „Reiner, dieser Mann ist der Vorsitzende des Vereins mit dem vielsagenden Namen 'Verlegt Weihnachten in den Sommer e. V.' Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die Feiertage gleichmäßiger über das Jahr zu verteilen.“ Er blickte schmunzelnd zu Geister: „Na, sagen Sie schon: Wo haben Sie die Beleuchtung versteckt?“

„Aber nie im Leben!“, entrüstete sich der Facility Manager. „Der Verein hat nicht das Geringste mit meinem Job hier bei der SWP zu tun. Vielleicht war es Benni, der neue Azubi. Der ist den ganzen Mittag in der Halle herumgeschlichen. Oder der Mayers Kurt, den habe ich auch gesehen.“

Auf meine Rückfrage, wer Kurt Mayer sei, antwortete Geister: „Sie sind nicht aus Pforzheim, oder? Kurt hat im letzten Jahr den Weihnachtsbeleuchtungswettbewerb der SWP gewonnen. Sein Haus hat er mit mehreren Kilometern Beleuchtungsschläuche regelrecht eingewickelt.“

Auch wenn Paul sich nach wie vor sicher war, dass Michael Geister für das Verschwinden der Lampen allein verantwortlich war, fuhren wir zum Einfamilienhaus von Kurt Mayer in den Armen Sünderweg, der sich in der Nähe des Wildparks befand.

„Das muss man einfach gesehen haben“, meinte Paul nicht ohne Stolz. Er hatte nicht zu viel versprochen. Das Haus sah fantastisch aus. Zahlreiche Zaungäste bestaunten mit uns das Prachtstück. Den Eigentümer fanden wir in seiner Garage, in der er Glühwein verkaufte. Nachdem wir ihm den Grund unseres Besuchs erklärt hatten, lachte er lauthals heraus. „Dieser Geister kann mich unmöglich heute bei sich auf dem Gelände gesehen haben. Ich war den ganzen Tag hier. Zwischen 15 und 16 Uhr sagen Sie? Da habe ich mit meiner Frau telefoniert, sie ist auf Geschäftsreise in Los Angeles. Erst kurz nach vier hat sie aufgelegt, da sie sich noch für das Abendessen mit wichtigen Geschäftspartnern umziehen musste. Nein, meine Herren, bei mir sind Sie an der falschen Adresse.“

Während der Rückfahrt meinte Paul siegesgewiss: „Ich hab's doch gleich gewusst, dass es der Geister war. Zum Trost hast du nun wenigstens das Haus von Mayers gesehen.“
Als wir wieder in den Hof der Verwaltung fuhren, dachte ich, ein Déjà-vu zu haben: Der Facility Manager kam uns heute bereits zum zweiten Mal aufgeregt entgegen.

„Ist die Beleuchtung wieder da?“, fragte ich ihn halb belustigt.
„Nein, nein“, antwortete Geister. „Ich bin mir jetzt ganz sicher, wer die Beleuchtung gestohlen hat.“
„Dann sind wir aber mal gespannt.“ Ich rollte übertrieben mit meinen Augen.
„Der Benni war's, ganz bestimmt. Der wollte nämlich Urlaub nehmen, den hat er aber nicht bekommen, weil wir ihn brauchten, um die Weihnachtsbeleuchtung aufzuhängen.“
Den Azubi im ersten Lehrjahr fanden wir in einer kleinen Werkstatt.
„Sind Sie wirklich von der Polizei?“, fragte er zaghaft.

Paul zeigte ihm den Ausweis. Benni schien das nicht zu interessieren. Mit fast weinerlicher Stimme flehte er: „Herr Geister hat mich beschuldigt, den Weihnachtsschmuck gestohlen zu haben. Nur weil ich meinen Urlaub nicht bekommen habe. Aus Rache, meinte er zu mir.“ Er schluckte mehrmals. „Wo soll ich die Lampen denn hingebracht haben? Ich habe nicht einmal einen Staplerführerschein.“

Paul flüsterte mir zu: „Glaubst du jetzt, dass es der Geister war?“
Ich lächelte ihn an. „Vielleicht, vielleicht auch nicht. Hast du übrigens bemerkt, dass uns eine dieser drei Personen ziemlich dreist angelogen hat?“

Frage: Was ist Reiner Palzki aufgefallen? Wer hat gelogen?

Auflösung des Falles „Diebstahl im SWP Kundencentrum“ (Ausgabe Sommer 2013): Der Raser konnte nicht wissen, dass der gestohlene Fernseher 122 Zoll hatte.

Sonja Kirschner, Leiterin Marketing / Unternehmenskommunikation / Gremien
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