Der E-Quickie lädt sich durch Induktion auf (Foto: Hochschule Karlsruhe)

Der E-Quickie lädt sich durch Induktion auf (Foto: Hochschule Karlsruhe)

Wenn du den Artikel über elektrische Zahnbürsten gelesen hast, weißt du, was Induktion ist. Noch einmal ganz kurz: Elektrizität und Magnetismus treten zusammen auf. Elektrizität erzeugt ein Magnetfeld. Veränderungen des Magnetfeldes erzeugen wiederum Spannung und einen Elektronenfluss, der als Strom eine mechanische Arbeit verrichten kann - oder einen Akku aufladen.

Ähnlich wie bei der Zahnbürste kann man auch manche Handys oder Spielkonsolen durch Induktion aufladen. Dabei legt man das Gerät auf eine spezielle Matte. Im Inneren der Ladematte befinden sich elektromagnetische Spulen, genauso im Gerät. Die Ladematte erzeugt also ein Magnetfeld, das seine Stärke und Richtung ändert. Wenn du das Gerät auf die Ladematte legst, befindet es sich im Magnetfeld und lädt sich über Induktion auf. Das funktioniert fast genauso wie Ladestation und Bürstenteil der elektrischen Zahnbürste.

Der Induktionsherd

Jetzt geht es weiter zum Induktionsherd. Der ist anders aufgebaut als ein gewöhnlicher Kochherd.


Herd mit „normalen“ (schwarzen) Herdplatten: Durch Strom wird in der Herdplatte Wärme erzeugt. Die Wärme wird als Wärmestrahlung abgegeben, die Platte wird heiß. Wenn man einen Topf mit Wasser auf die Herdplatte stellt, erwärmt sich zuerst der Topf und dann auch das Wasser.

Herd mit Induktions-Kochfeld: Unter dem Glaskeramik-Kochfeld befinden sich Induktionsspulen. Sie erzeugen mit Strom rasch wechselnde elektromagnetische Felder. Wenn man einen Topf auf das Kochfeld setzt, entstehen im Topfboden kleine elektromagnetische Wirbelströme, die durch das Metall des Topfes laufen. Somit entwickelt sich Wärme im Topf und auch im Kochgut. Wenn man den Topf von der Kochstelle nimmt, bricht die Energiezufuhr sofort ab. Die Induktion funktioniert aber nur, wenn der Topf aus einem magnetisierbaren Material besteht, also zum Beispiel aus Stahl oder Gusseisen.

Bei dieser Technik gibt es viele Vorteile:

  • Die Flüssigkeit im Topf wird schneller erhitzt;
  • Nicht die Kochzone erwärmt sich, sondern der Topfboden. Deshalb brennt Übergelaufenes (fast) nicht ein;
  • Das Kochfeld wird nicht sehr heiß. Kinder (und auch Erwachsene!) verbrennen sich nicht so leicht.

Induktion bei Rennwagen

Und jetzt wird es sportlich: Das Elektromobil „E-Quickie“ kann ohne teure Akkus bis auf Tempo 50 beschleunigen. Studierende der Hochschule Karlsruhe haben im Jahr 2010 den flotten Flitzer entwickelt, der nur 60 Kilogramm schwer ist. Auf einer 222 Meter langen Teststrecke an der Hochschule konnte das Fahrzeug ohne Probleme 40 Runden drehen. Das Besondere: Das Fahrzeug erhält den Strom für den Antrieb aus der Straße! Und das geht so:

In der Fahrbahn werden Leiterbahnen verlegt, durch die Strom fließt. Am Unterboden des E-Quickie befinden sich Stromabnehmer, die Energie aufnehmen - in etwa wie bei einer Carrera-Bahn. Der große Unterschied ist, dass der Stromabnehmer nicht auf dem Boden schleift: Die Energieübertragung erfolgt berührungslos per Induktion. Der Strom treibt den Motor des Fahrzeugs an.

Die Fahrzeuge müssen also nicht an der Steckdose geladen werden. Damit ist ein großer Nachteil der Elektroautos beseitigt, denn die müssen momentan noch stundenlang an der Steckdose aufgeladen werden. Die Induktionstechnik ist so interessant, dass im Sommer 2013 in Südkorea ein Induktionssystem unter einer 24 Kilometer langen Buslinie installiert wurde. Dabei sind nur an einigen Stellen Induktionsstreifen im Straßenbelag eingebaut worden. Wenn ein Bus über Abschnitte mit Induktionsstreifen fährt, werden die Akkus berührungslos mit elektrischer Energie aufgeladen. Gerade hat der Test mit Elektrobussen begonnen, die während der Fahrt permanent Strom tanken.

Warum so viel Aufwand?

Und warum macht man sich so viel Mühe und gibt so viel Geld für neue Induktionstechnik aus? Ganz einfach, weil Elektrofahrzeuge keine Abgase ausstoßen. Damit bleibt die Luft schön sauber. Wenn du dir im Internet anschaust, wie rußig und neblig momentan viele Städte in China und in der ganzen Welt sind, verstehst du den Vorteil. Viele Menschen werden nämlich von der schlechten Luft krank!

Robin Saalmüller, Leiter Presse- / Öffentlichkeitsarbeit
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