Neues Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz. SWP beraten Sie.

22.01.2016. Das neue Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz stößt bei den kommunalen Unternehmen grundsätzlich auf Zustimmung. Im Detail fallen die Einschätzungen jedoch verschieden aus: Die Regensburger Rewag spricht von einer »verlässlichen Basis für Neuinvestitionen, insbesondere für Nachrüstungen und Modernisierungen«. Zusätzlich würden BHKW-Anlagen, die man beim Kunden installiert habe und die ins Netz einspeisten, eine höhere Förderung erhalten. »Hier kann ein Anreiz für ein Mehr solcher Anlagen geschaffen werden«, so die Rewag. Zu kurz greife die KWKG-Novelle aber bei Anlagen unter zwei MW und solchen auf Kohlebasis, die nicht in die Bestandsförderung aufgenommen wurden.

SWP: Hohe Hürde für Modernisierung

Ziel des neuen KWK-Gesetzes ist es, Investitionen und Modernisierungen anzureizen. Die Stadtwerke Pforzheim (SWP) sind diesbezüglich skeptisch. »Insbesondere Anlagen größer zwei MW erhalten einen Zuschlag von 3,1 Cent/kWh, allerdings nur für eine Dauer von 30000 Vollbenutzungsstunden«, heißt es. Bei jährlich 6000 Vollbenutzungsstunden entspräche das einer Förderdauer von fünf Jahren. »Für Investoren ist das wenig attraktiv, da bei Abschreibungszeiten von zehn bis 15 Jahren ein nicht unerhebliches Risiko besteht«, so die SWP. Kritisch sieht das Unternehmen auch, dass die Modernisierungskosten einer KWK-Anlage mindestens 25 Prozent der Kosten eines Neubaus entsprechen müssten. »Das ist eine hohe Hürde. In der Regel sind solch hohe Investitionen in alte Anlagen wenig attraktiv«, so die SWP.

Zu wenig Ausbauanreize

Als Verbesserung für gasbefeuerte KWK-Anlagen, die in ein öffentliches Netz einspeisen, schäzt die Dresdner Drewag die Novelle ein. Das Gesetz gleiche aber nur einen Teil der Strompreisrückgänge, die seit Inkrafttreten des KWKG 2012 entstanden seien, aus. Um die KWK-Erzeugung in Deutsch- land auszubauen, reichten die Zuschläge und die Geltungsdauer der Novelle nicht aus. Der Neubau von Anlagen mit einer Leistung von unter zwei MW bleibe mit den erhöhten Fördersätzen im Grenzbereich. Ausgewählte Projekte mit sehr guten Standortbedingungen würden erneut untersucht. Neubauvorhaben für Anlagen größer als zwei MW seien bisher unwirtschaftlich gewesen, Untersuchungen für diese Anlagen würden aufgenommen, so die Drewag.
Bei Anlagen bis 50 kW habe sich die Förderung durch die Novelle verbessert, schreiben die Stadtwerke Speyer. Bei kleinem Eigenverbrauch hingegen sei die Förderhöhe abgesenkt worden. Generell werde künftig der eingespeiste Strom aus KWK-Anlagen höher bewertet als der selbstverbrauchte. »Der Eigenverbrauch wird diskriminiert«, kritisiert Wolfgang Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer. Bei Anlagen, die vorwiegend ins öffentliche Netz einspeisten und die aus der Förderung des KWK-Gesetzes herausgefallen seien, führe dieser Umstand eventuell zu Stillständen und teilweise sogar zur Stilllegung von Kraftwerken.

Takten wird schwieriger

Kritisch sieht Bühring zudem die Begrenzung der Förderung auf 60 000 respektive 30 000 Vollbenutzungsstunden. »Dies führt zu Anlagen mit hoher Leistung, geringeren Wärme- deckungsgraden, höheren volkswirtschaftlichen Gesamtkosten und höheren CO2-Vermeidungskosten der KWK«, erklärt Bühring. Früher seien Blockheizkraftwerke auf Grundlast und auf viele Benutzungsstunden ausgelegt gewesen, dies werde sich durch das neue KWKG ändern. Das Takten der KWK und das Finden passender Wärmesenken werde dadurch eventuell schwieriger.
Der Erfolg der KWK-Technologie werde aber letztlich nicht nur durch die Novelle beeinflusst, relativiert Klaus Zehrtner, Leiter Energiedienstleistungen bei den Stadtwerken Remscheid. Entscheidend seien auch die juristischen und steuerlichen Rahmenbedingungen sowie flexiblere Abrechnungsmodelle.

Quelle: Zeitung für Kommunale Wirtschaft

Sonja Kirschner, Leiterin Marketing / Unternehmenskommunikation / Gremien
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