Einweihung Fischtreppe

25.01.2016. Am 22. Januar 2016 wurde die Fischaufstiegshilfe am Flusskraftwerk Auerbrücke eingeweiht. Die Baumaßnahme stellt die vom Gesetzgeber geforderte ökologische Durchgängigkeit für viele Fischarten der Enz her, die jetzt leichter das Kraftwerksgebäude passieren und ins Oberwasser schwimmen können. Gleichzeitig können die SWP durch die Erneuerung der Kraftwerksanlage mehr Strom erzeugen als zuvor.

Die Baumaßnahme umfasste eine Vielzahl von Einzelprojekten: Neben dem Bau der Fischaufstiegshilfe aus 45 aneinandergereihten Vertical-Slot-Becken verwirklichten die SWP weitere Hilfen für die Flussbewohner. Ein neuer Rechen, flach geneigt, stellt mit kleinerer Stabweite und größerer Fläche die Fischschutzanforderungen sicher. Neben dem Fischaufstieg gibt es auch eine Fischabstiegsanlage. Außerdem erhält die Ausleitungsstrecke in der Nagold eine höhere Mindestwasserdotation. Auf diese Weise wurde ein gutes Habitat für die Fische geschaffen. „Mit der neuen Generation Wasserkraft an der Auerbrücke zeigen die SWP erneut, dass sich der regionale Energieversorger weiterhin im Sinne des Klimaschutzes und der Luftreinhaltung am Standort Pforzheim nachhaltig einsetzt“, sagte Pforzheims Erster Bürgermeister Roger Heidt bei der Einweihung der Fischaufstiegshilfe.

Dr. Klaus Parey vom Fischerverein Pforzheim hat die Konzeption des Fischaufstiegs begleitet. „Das Flusskraftwerk an der Auerbrücke bildete bisher eine kaum überwindbare Barriere für die Fische in der Enz. Der neue Fischpass ermöglicht nun den Aufstieg von Fischen flussaufwärts und die ebenfalls neu eingerichtete Abstiegshilfe sorgt dafür, dass Fische auch sicher flussabwärts wandern können. Somit wurde die Durchwanderbarkeit der Enz entscheidend verbessert“, sagt er. „Genauso wichtig sind die durch die SWP durchgeführten Verbesserungen in der Nagoldstrecke von der Auerbrücke bis zum Bleichwehr. Dort wurde die Wasserführung auf ca. 2.5 m3/s dauerhaft erhöht, es wurden Steine zur Lenkung der Strömung eingebracht und damit für eine vielseitige und lebendige Gestaltung des Fließgewässers gesorgt. So wurde nicht nur die Durchwanderbarkeit dieses Flussabschnittes deutlich verbessert, sondern die gesamte ökologische Lebenssituation für Fische, Vögel und Kleinlebewesen entscheidend optimiert.“

Im Rahmen der umfangreichen Baumaßnahme veranlassten die SWP-Kraftwerksexperten eine Revision der beiden Kaplan-Turbinen, ertüchtigten die Generatoren und installierten eine komplett neue automatische Steuerung für Turbinen und Wehranlage, die mit der zentralen SWP Leitwarte verknüpft ist. Durch diese Generalüberholung und Automatisierung wurde das Flusskraftwerk optimiert und kann jetzt das Wasserdargebot besser nutzen. Gerade die automatische Steuerung bewirkt einen höheren Maximalertrag in der Stromerzeugung, weil die Turbinen jederzeit angefahren werden können. Eine Unterwassersonde ermittelt die jeweilige Fallhöhe des Wassers, sodass die Turbinen-Laufräder optimal auf die Fallhöhe abgestimmt werden. Automatisch initiierte Spülprogramme reinigen die Turbinen regelmäßig von Anhaftungen, sodass sie optimal und verschleißarm laufen. Und sogar das Profil der Rechenanlage wurde verändert, sodass das die anschwimmenden Fische den Rechen nicht passieren können und die Verletzungsgefahr minimiert wird.

„Die Aufgabe, neun Meter unter Gelände im Grundwasser die Gründungssohle des Hauptbauwerkes herzustellen, in fünf Meter Tiefe das Krafthaus zu durchqueren und auf nur drei Meter Freiraum inmitten zahlreicher Versorgungsleitungen zwischen historischer Enz-Ufermauer und Rampe Parkhotel in das Oberwasser einzumünden, stellte die Ingenieure regelmäßig vor neue Lösungsanforderungen“, sagte Andreas Hutarew vom Pforzheimer Ingenieurbüro Dr. Hutarew & Partner, der das Bauvorhaben betreute. „Die Stadtwerke Pforzheim haben nicht nur den Kraftwerksstandort technisch und ökologisch, sondern auch die gesamte in die Jahre gekommene Infrastruktur inklusive Hoch-, Mittel- und Niederspannungs-Strom- und Steuerkabel erneuert. Anstrengungen, die nicht sichtbar im Untergrund verborgen, nicht nur Geld sondern auch viel Zeit in Anspruch genommen haben.“

Die Investitionssumme für die komplette Maßnahme betrug 2,7 Millionen Euro. Diese Investition diente vor allem der wasserrechtlichen Genehmigung zum Weiterbetrieb der Anlage in den nächsten 30 Jahren in Verbindung mit einer Verbesserung für die Flussökologie. Seit Dezember 2015 ist das Flusskraftwerk wieder in Betrieb und produziert Strom aus umweltgerechter Wasserkraft. „Wir sind stolz darauf, das Flusskraftwerk in die technische Moderne zu führen“, sagt Wolf-Kersten Meyer, Vorsitzender der SWP Geschäftsführung. „Die Planung unserer Vorgänger aus dem Jahr 1984, am Standort Pforzheim Strom aus den vor Ort vorhandenen Ressourcen und ohne Emissionen zu erzeugen, wird hier und heute bekräftigt.“

Durch die technische Optimierung des Flusskraftwerks wird zudem eine Leistungssteigerung um etwa 10 % erreicht: „Damit erzeugen wir voraussichtlich ab jetzt etwa 3,3 Mio. kWh Strom im Jahr“, sagt SWP Geschäftsführer Thomas Engelhard. „Mehr emissionsfreier Strom, das ist ein Beitrag der SWP zur Energiewende und zur Lebensqualität in Pforzheim. Auf diese Weise dient die neu gestaltete Anlage der Flussökologie und gleichzeitig den Menschen in der Stadt.“

Kennzahlen der Fischaufstiegshilfe
Anzahl der Becken  45
Höhenunterschied insgesamt  5,20 Meter
Gesamtlänge  86 Meter
Wasserspiegeldifferenz zwischen den Becken  0,12 Meter
Beckenbreite  1,90 Meter
Beckenlänge (jedes Becken)  1,30 Meter
Schlitzbreite  0,25 Meter
Durchfluss  140 l/sec
Minimale Wassertiefe  0,50 Meter
Technische Daten der Baumaßnahme
Aushub 900 m3
Stahl 120 Tonnen
Beton 560 m3
Länge der Verbauträger 280 Meter
Kennzahlen zum Flusskraftwerk
Inbetriebnahme 1985
2 Kaplan-Rohrturbinen mit je 500 kW Leistung 1 MW
Fallhöhe des Flusses 5,70 Meter
Bisherige Stromerzeugung 3 Mio. kWh/Jahr
Prognostizierte Stromerzeugung ab 2016 3,3 Mio kWh/Jahr
(jährliche Schwankungen bedingt durch Wasserstand)

Gesamtinvestition für alle die Anlage betreffenden Maßnahmen:

Etwa 2,7 Mio. Euro wurden investiert für

  • Fischauf- und abstiegshilfe
  • Revision der Turbinen
  • Ertüchtigung der Generatoren
  • Automatisierung der Steuerung
  • Modernisierung der Rechenanlage

Diese Investition dient der Erfüllung aller notwendigen Auflagen zum Weiterbetrieb und damit der Genehmigung zum Weiterbetrieb der Anlage für weitere 30 Jahre.

Robin Saalmüller, Leiter Presse- / Öffentlichkeitsarbeit
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