1. Schritt: Mechanische Trennung der Erdgas-Hochdruckleitung durch einen Kaltschnitt.

1. Schritt: Mechanische Trennung der Erdgas-Hochdruckleitung durch einen Kaltschnitt.

09.06.2016. Der letzte Schritt der Einbindung des Gasnetzes Keltern ins SWP-Gasnetz wurde gestern am 8. Juni 2016 vollzogen: Nach der Trennung des Netzes von der Gasleitung der Erdgas Südwest GmbH werden jetzt auch die Kelterner Gemeindeteile Dietenhausen und Dietlingen von den SWP mit Gas versorgt. Die Umstellung konnte unterbrechungsfrei durchgeführt werden.

Schon seit 1.1.2016 sind die SWP für den Betrieb der Strom- und Gasnetze in den fünf Kelterner Gemeindeteilen Dietenhausen, Dietlingen, Ellmendingen, Niebelsbach und Weiler mit etwa 5.500 Strom- und 1.200 Gaskunden zuständig. Seit 01.02.2016 werden die Gemeindeteile Ellmendingen, Niebelsbach und Weiler mit Gas aus der SWP-Leitung versorgt. Dafür wurde eine 4,2 Kilometer lange SWP Gasleitung von der Fernleitung Langensteinbach bis Weiler gebaut. Von der neuen Gas-Druckregel- und Messanlage (GDRM) Weiler wird das Gas über Niebelsbach bis nach Ellmendingen geleitet.

Dietenhausen und Dietlingen wurden bislang noch von Nöttingen her aus der Leitung der Erdgas Südwest GmbH versorgt. Um auch diese beiden Gemeindeteile von Ellmendingen her zu versorgen, musste die bisherige Versorgungsleitung gekappt und verschlossen werden. Am Tag vor der Netztrennung legte ein Bautrupp ein Stück der Hochdruckleitung zwischen Nöttingen und Dietenhausen frei. Das Erdgas in der Leitung wurde abgesaugt und ausgeblasen. Danach wurde ein Stück des zementummantelten Stahlrohrs mit einem Durchmesser von 200 mm herausgeschnitten. Auf der ESW- und SWP-Seite wurde jeweils ein Endstück aufgesetzt und verschweißt. Ein Absperrschieber sowie ein Ausbläser wurden montiert, um Luft aus dem Rohr entfernen zu können.

Das Gas auf der SWP-Seite der bisherigen Hochdruckleitung reichte noch einige Stunden aus, um die beiden Gemeindeteile zu versorgen. In dieser Zeit bauten zwei SWP-Teams die Regelschienen mit Filter, Sicherheitsabsperrvorrichtung und

Gasdruckregelgerät in Dietenhausen und Dietlingen ab und ersetzten sie durch ein Passstück. Sobald der Gasdruck auf weniger als 1 Bar abgesunken war, konnte die Versorgung von Weiler und Ellmendingen aus beginnen. Auf diese Weise wurde die Richtung des Erdgasflusses umgekehrt.

Die Herausforderung dabei war die Zusammenschaltung des Gashochdrucksystems mit 16 Bar mit einem Mitteldrucksystem (0,5 bar) unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften. Diese Herausforderung war minutiös geplant und konnte bravourös gemeistert werden: Ohne Aufgraben der Trassen wurden die Gasversorgungschienen in den drei übernommenen Anlagen so intelligent umgebaut und umgeschaltet, dass die Umstellung des Gasflusses über das „Innenleben“ der Gasdruckregel- und Messanlagen abgewickelt werden konnte. Diese Variante hat sowohl die notwendigen Investitionen als auch das Fehlerrisiko deutlich minimiert. Marko Sabljak, Fachkraft für Netzüberwachung und Lastverteilung bei den SWP, koordinierte die gesamte Maßnahme.

Unterbrechungsfrei wurde um 13:33 Uhr die Umschaltung vorgenommen. Unter genauer Einhaltung der vorher vom Fachteam Gas ausgeklügelten Schaltreihenfolge konnte Alexander Naumow, jüngste Fachkraft der SWP, die entscheidende Umschaltsituation meistern. Er übernahm im richtigen Moment die Funktion komplexer Regelgeräte und schaltete die unterschiedlichen Druckzonen per Handschieber unter Beobachtung der Druckmanometer zusammen. Die Fernüberwachung registrierte nur einen minimalen Druckstoß in der Toleranz der Regeltechnik. Seither wird ganz Keltern von den SWP mit Gas versorgt.

Zuletzt musste noch das Reststück der alten ESW-Leitung von Dietenhausen Richtung Nöttingen begast werden, damit hier kein gefährliches Gas-Luft-Gemisch entstehen konnte. Die Anlagen auf dem Gemeindegebiet Keltern werden nun regelmäßig von den SWP Gasverantwortlichen gemäß Regelwerk des Deutschen Gas- und Wasserfachs DVGW begangen, überwacht und gewartet.

„Die Trennungsmaßnahme wurde gemeinschaftlich in guter Zusammenarbeit vollzogen“, sagt Ulrich Waibel, Leiter der SWP Gasversorgung. „Damit haben wir den Endpunkt unter ein technisches Großprojekt gesetzt, wie es nicht häufig durchgeführt wird.“ Im Bereich der Gasnetze haben die SWP 1,3 Mio. Euro in neue Leitungen und Anlagen investiert. Bei den Baumaßnahmen wurden zudem Leerrohre für eine leistungsfähige Breitbandversorgung gleich mitverlegt.

Robin Saalmüller, Leiter Presse- / Öffentlichkeitsarbeit
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