Wanderfalken werden flügge

22.07.2016. Majestätisch fliegt das Wanderfalkenpaar über dem Pforzheimer Heizkraftwerk und über den angrenzenden Wäldern seine Kreise. Die beiden Jungvögel fliegen mit Hungergeschrei hinterher. Nach der Nestlingsphase haben sie das Fliegen gelernt, können sich aber noch nicht allein mit Nahrung versorgen.

Wieder einmal begleiten die Pforzheimer Wanderfalken eine Brut erfolgreich ins Erwachsenenleben. Dazu gehört zunächst einmal das Fliegenlernen. Auf jedem der beiden Schornsteine des Pforzheimer Heizkraftwerks (HKW) sitzt ein Elternteil und lockt den Nachwuchs. Die Jungvögel fliegen im Taumelflug hin und her, bis sie das Fliegen beherrschen. „Diese Phase ist sehr gefährlich“, sagt Falkner Joachim Boll, der im Jahr 2000 mit dem Auswildern eines eigenen Falkenpaares begonnen hat. „Die Jungvögel können abstürzen und sich verletzen. Oder sie sinken zu Boden und werden dann nicht sofort fachgerecht versorgt.“ Joachim Boll kennt den einzigen Weg, solche Jungfalken zu retten: „Die Polizei oder Feuerwehr anrufen, dann werden die Falken zu mir gebracht.“ HKW-Mitarbeiter Wolfgang Dietrich unterstützt den Falkner und hat über den Schornsteinen Netze spannen lassen, damit die Jungvögel nicht hineinfallen können. Außerdem erleichtert eine Rampe auf dem HKW-Dach den Vögeln den Start.

Das Falkenprojekt hat seinen guten Grund: Um die Jahrtausendwende konnte die Pforzheimer Stadtverwaltung die Taubenplage nicht mehr eindämmen. Man bat den Falkner, als Regulierungsmaßnahme ein Falkenpaar frei fliegen und sich mit Beute versorgen zu lassen. So wurde ein

Auswilderungskasten auf dem HKW-Dach aufgestellt. Die Auswilderung der edlen Beutegreifer gelang. Seither sorgen die Wanderfalken dafür, dass Tauben, Krähen, Elstern und Dohlen nicht mehr überhandnehmen.

Die Falken haben das HKW als ihre ständige Basis anerkannt, weil sie hier ideale Bedingungen vorfinden. Noch fliegen die beiden Jungvögel den Eltern hinterher und betteln um Futter. Manchmal lassen die Vogeleltern dann ihre Beute fallen und die Jungtiere fangen sie im Flug auf. Immer häufiger jedoch lehnen die Vogeleltern die Bettelei ab, nach dem Motto „Fang Dir Deine Beute doch selbst!“ Auf diese Weise lernen die Tiere, sich eigenverantwortlich zu ernähren. Wenn dann der Herbst kommt, ziehen die Vögel gleichzeitig mit den Beutetieren in den Süden.

Joachim Boll und Wolfgang Dietrich vom HKW erleben öfter einmal eine Sternstunde mit den Falken. „Im Jahr 2004 war ein Wanderfalke abgestürzt“, erzählt Joachim Boll. „Wolfgang Dietrich hat ihn aufgelesen und mir gebracht. Ich habe ihn dann aufgepäppelt. Als ich ihn zurückbrachte, hat der Falke einen Schrei getan, ist losgeflogen und hat direkt vor mir eine Schleife gezogen – mit etwa 100 Stundenkilometern!“

Sonja Kirschner, Leiterin Marketing / Unternehmenskommunikation / Gremien
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