Yannik stößt sich zwei-, dreimal ab, und sein Kickboard fährt los. Mit elektrischer Unterstützung düst Yannik über den Parkplatz der Hochschule Pforzheim, geht in die Kurve und saust wieder zurück zum Start. Kickboard fahren kann so cool sein!

Yannik und seine Mitstudenten haben die Kickboards selbst mit einem Elektroantrieb versehen. Sie studieren Mechatronik an der Hochschule Pforzheim bei Professor Oliver Zirn, und dazu gehört auch ein praktischer Kurs. „Nach einem ganzen Jahr Theorie sollen die Studenten das Gelernte anwenden“, sagt Professor Zirn. „Sie bekommen einen Roller und ein Getriebe, einen Motor, einen Akku, Kabel und einen Regler. Daraus bauen sie dann in weniger als zwei Wochen ein Elektro-Kickboard, den „TrottiElec“ Daran lernen sie, wie das Zusammenspiel von Mechanik, Elektrik und Elektronik funktioniert.“

Und so funktioniert der E-Roller

Das Prinzip des elektrischen Antriebs ist dasselbe wie beim elektrisch unterstützten Pedelec: Sobald man den Roller in Bewegung versetzt, schaltet sich der Antrieb hinzu und unterstützt den Fahrenden. Auch wenn der verwendete Kinderroller nur Schrittgeschwindigkeit fährt und der Akku nur für 5 km reicht, ist das in Pforzheim schon ein Vorteil. Denn mit dem TrottiElec kommen Studis viel entspannter die steile Tiefenbronner Straße hoch als zu Fuß. Und beim Herunterfahren speist der Antriebsmotor durch Rekuperation die Bremsenergie teilweise wieder zurück in den Akku. „Das erhöht die Reichweite und schont die Bremse“, sagt Professor Zirn. „Außerdem wird der Roller nicht so schnell, sodass das Rollerfahren im steilen Gelände sicherer wird.“ Zusätzlich dient die mechanische Bremse der Sicherheit.

Klein, handlich - alltagsfreundlich!

Neben dem Spaßfaktor hat der TrottiElec auch wissenschaftliche Ziele. Er soll als ideale Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr mehr Menschen das Bus- und Bahnfahren schmackhaft machen. Wenn man den E-Roller klein zusammenklappt, kann man ihn gut unter dem Sitz verstauen und nach dem Aussteigen schnell und bequem bis zu seinem Ziel rollern. Das geht auch in den Stoßzeiten morgens und abends, wenn das Mitnehmen von Fahrrädern aus Platzgründen nicht erlaubt ist. Damit sind Schüler, Studenten und Berufstätige schnell, günstig und umweltbewusst unterwegs. Vor allem, wenn der Strom für das E-Kickboard aus erneuerbaren Energien produziert wird. Dann schont der E-Roller die Energie-Ressourcen und die Umwelt.

Verschiedene Modelle - an den Bedarf angepasst

„Wir experimentieren mit drei Fahrzeugtypen“, erzählt Professor Zirn. „Der extrem leichte Kinderroller mit seinen großen Reifen ist für die junge Generation gedacht. Der Business-Roller soll Erwachsene zu ihrem Ziel bringen. Und unsere Esslinger Partner haben auch ein wendiges Trike, das beispielsweise Menschen mit eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit schnell und bequem zu ihrem Ziel bringt.“ Damit das Kickboard noch schicker wird, sitzen Design-Studenten der Hochschule Pforzheim am PC und gestalten ein stylisches Outfit für den E-Roller.

Pläne für die Zukunft

„Momentan haben wir zwölf TrottiElecs im Gebrauch, aber wir wollen mehr bauen“, sagt Professor Zirn. „Dafür haben wir Fördergelder beim Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Stuttgart beantragt.“ Mit einer Kleinserie von 100 Fahrzeugen wären die Pforzheimer Studenten die Vorkämpfer für bezahlbare Elektro-Kickboards in Deutschland. „Wir wollen die Roller intensiv testen und einen günstigen Nachrüstsatz für Faltroller zur Serienreife bringen“, sagt Professor Zirn. „Außerdem möchten wir es schaffen, dass die Kickboards eine Zulassung für den Straßenverkehr bekommen, ähnlich wie Segways.“ Wenn das klappt, können die Studis Jasmin, Yannik, Jonas, Simon, Andreas, Marius und Hans mit 12 bis 15 km/h Geschwindigkeit Kickboard fahren. Das gilt auch für alle Hobbybastler, die sich dann den Bausatz kaufen und einen „langweiligen“ Roller in ein supercooles E-Kickboard verwandeln können.

Mechatronik – was ist das?

Mechatronik ist die Verbindung von Mechanik, Informationstechnik und Elektronik. An der Hochschule Pforzheim kann man dieses Fach studieren, wenn man das Abitur oder eine vergleichbare Zugangsberechtigung für die Hochschule hat. Mechatroniker arbeiten als Produktentwickler, Applikationsingenieure, im Verkauf oder in der Berufsschule. „Es ist ein spannender, vielfältiger Beruf, der Werte schöpft. Leute, werdet Ingenieure!“, sagt Professor Zirn. „Eine super Verbindung, die Spaß macht“, sagt Studentin Jasmin Fuchs. „Man kann selbst Ideen entwickeln und umsetzen“, freut sich Yannnik Hanacker.

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