Professor James Kelly

Professor J. Kelly unterstützt junge Leute im Fachbereich Transportation Design

An der Hochschule Pforzheim gibt es den kleinen, aber feinen Fachbereich Transportation Design. Hier werden junge Talente in sieben Semestern zum Bachelor und in einem dreisemestrigen Aufbaustudium zum Master dieses Fachgebiets ausgebildet.

Transportation Designer haben eine wichtige Bedeutung für den Fahrzeugbau: Sie gestalten neue Fahrzeugmodelle und geben neuen Autos oder Zweirädern den interessanten „Look“. Daneben sind sie für das Interieur der Fahrzeuge zuständig, das heißt, sie designen die Gestaltung, Haptik und Anordnung aller sichtbaren Elemente im Inneren des Fahrzeugs. Nach dem Studium finden die Designer Jobs in der internationalen Autoindustrie. Professor James Kelly lehrt an der Hochschule Pforzheim Transportation Design und unterstützt die jungen Leute bei ihren Projektarbeiten.

SWPaktiv: Herr Professor Kelly, wie sieht der Lehrplan für die Studenten im Studiengang Transportation Design aus?

James Kelly: Design ist die Kombination von Innovation, Funktion und Ästhetik. Unsere Studenten lernen, Ideen umzusetzen und Produkte zu entwerfen, die Menschen
begeistern. Dazu gehört zunächst einmal die Theorie mit Produktanalyse, Ergonomie und vielen weiteren Gesichtspunkten. Dann kommt das Skizzieren mit der Hand. Eine Idee soll zuerst aufs Papier gebracht werden, denn an der Skizze sieht man diewahre Form. Später erstellen sie eine digitale Zeichnung, im Masterkurs auch eine sehr detaillierte Animation vom fahrenden Auto. Bei jedem Projekt bauen die Studenten ein Modell. Dabei sind sie sehr diszipliniert und begeistert, denn ein maßstabgerechtes Modell kostet viele Stunden handwerklicher Arbeit.

SWPaktiv: Wie wichtig ist das Design für ein Fahrzeug?

James Kelly: Es ist der Selling Point Number one. Wenn Sie Hyundai oder Kia vor 15 Jahren und heute anschauen, wissen Sie, was ich meine. Da hat es eine unglaubliche Designentwicklung gegeben, übrigens maßgeblich von Designabsolventen unserer Hochschule mitentwickelt.

SWPaktiv: Wie werden Elektroautos der Zukunft aussehen?

James Kelly: Da gibt es momentan zwei Richtungen: Die einen Fahrzeughersteller setzen einfach einen Elektromotor in die bekannten Modelle hinein. Die anderen bauen etwas ganz Neues, ein Fahrzeug, das attraktiv und sportlich aussieht, dabei aber Energie spart. Wir müssen das Auto neu denken! Ein Beispiel: Wenn man die Fenster kleiner macht, wird es nicht so warm im Auto, man braucht keine Klimaanlage und spart damit Strom. Ich fände es besser, wenn man mehr experimentelle Autos bauen könnte, die nicht gleich allen Vorgaben der Automobilindustrie entsprechen müssten wie Großserienfahrzeuge. Dann kämen wir schneller zu den Modellen, die als E-Auto funktionieren, und das wäre gerade hier im Autoland Baden-Württemberg eine kluge Strategie. Auf jeden Fall sind Elektrofahrzeuge auf dem Vormarsch.

SWPaktiv: Die Bundesregierung hatte ein Ziel gesetzt: eine Million E-Fahrzeuge im Jahr 2020 auf deutschen Straßen. Schaffen wir das?

James Kelly: Ich bin da nicht so optimistisch. Momentan befinden wir uns noch in einer Versuchsphase. Der E-Smart und der Tesla sind Beispiele dafür. Die Industrie wird vielleicht in zehn Jahren nachziehen. Dann sind sicherlich auch die Batterieprobleme gelöst und wir verfügen über sehr schnell ladende Systeme. Bis dahin wird ein Generationswechsel bei den Autofahrern stattfinden. Die jungen Leute werden keine Angst vor dem Fahren mit Batterie haben oder wegen des Wiederverkaufswertes ihres Fahrzeugs. Und natürlich wird sich dann der Preis auf ein verträgliches Maß eingependelt haben.

SWPaktiv: Welche Ideen haben Ihre Studenten für das Elektroauto der Zukunft?

James Kelly: Unglaublich viele und gute Ideen! Zum Beispiel das E-Auto mit integriertem E-Roller. Es kann im Solarparkhaus am Stadtrand abgestellt und aufgeladen werden. Man klinkt den Roller aus und fährt bequem und leise bis zum Arbeitsort in der Stadt. Oder zwei dreirädrige Fahrzeuge, die sich zu einem einzigen trapezförmigen Auto zusammenkoppeln lassen. Eine schöne Idee für Leute, die allein und zu zweit mobil sein wollen.

SWPaktiv: Warum sollte man überhaupt Elektrofahrzeuge nutzen?

James Kelly: Weil das vernünftig ist. Ein Elektroauto stößt keine Abgase aus und vermeidet damit Luftverschmutzung. Wenn der Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird, schützt das E-Auto auch das Klima. Man braucht keine Tankstellen und keine fossilen Brennstoffe, nur eine Batterie. Die einzige Investition ist die Garage, denn wegen der Batterie sollte das Auto nicht im Freien stehen. Außerdem fährt man wunderbar leise. Das Elektroauto ist leichter, hat weniger Teile, braucht keinen zentralen Motor, sondern hat Radnabenmotoren. In 20 Jahren werden die Leute sagen: „Was soll ich mit der alten, konventionellen Technik? Die braucht doch keiner mehr!“

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