SWP​ sind Vorreiter bei Pressverfahren

Die Stadtwerke Pforzheim setzen erfolgreich auf ein modernes und hoch effizientes Verfahren, um Fernwärmeleitungen zu verbinden.

„Rohre müssen verschweißt werden, damit alles dicht ist.“ 

Diese Richtlinie ist nicht mehr generell gültig, denn es gibt ein noch recht neues metallisch dichtendes Pressverfahren zur Verbindung von Stahlrohren. Dieses Pressverfahren von Stahlrohren ist in der Schiffsbranche schon länger im Einsatz und noch relativ neu in der Fernwärme. 

Bei den Stadtwerken Pforzheim (​SWP​) wird das Pressverbindungsverfahren seit 2021 für Fernwärme-Leitungen eingesetzt. Unter den Stadtwerken sind die ​SWP​ somit Vorreiter! Insgesamt sind schon ca. 1,7 km an Rohrleitungen und ca. 3000 Formteile mit diesem Verfahren verlegt worden.

Die Pressformteile bestehen aus einer Hülse mit Dichtflächen und werkseitig vormontierten konischen Pressringen. In Kombination bilden diese Komponenten im montierten Zustand auf den Medienrohren die Mediumrohrverbindung. Je nach Hersteller auch aus einer zusätzlichen Innenhülse, welche im Fügevorgang zusätzlich Haltekräfte in der Verbindung erzeugt. 

Die Arbeitsweise mit den Formteilen kann man sich sehr vereinfacht so vorstellen: eine Art Hülse wird über zwei zu verbindende Rohre gestülpt. Die auf der Hülse vormontierten Pressringe werden dann mit einem Presswerkzeug unter hohen Kräften zusammen und die Dichtringe gegen die Rohraußenwand gepresst.

Ganz so einfach ist es in der Realität natürlich nicht. Nur durch eine gründliche Planung und Ausführung durch geschultes Fachpersonal kann die Funktionalität des ganzen Systems gewährleistet werden. Dazu gehört eine Oberflächenbehandlung (Schleifen) und eine spannungsarme Verlegung des Rohres. Bei Temperaturunterschieden von über 100 Grad Celsius zwischen Montage und Betriebstemperatur, müssen in besonderem Maße die Ausdehnungen des Materials und die dadurch auftretenden Zug- und Druckkräfte durch eine rohrstatische Berechnung berücksichtigt werden.

Im Arbeitsalltag spart man ca. zwei Drittel der Bauzeit einer Baumaßnahme, die das herkömmliche Schweißverfahren beansprucht hätte. Externe Dienstleister aus dem Bereich Rohrleitungsbau ziehen nach und statten sich mit dem notwendigen Equipment für das Pressverfahren aus. 

Da die ​SWP​ als Stadtwerk in diesem Bereich Pioniere sind, gehen Erfahrungen und Feedback an die Hersteller und fließen somit in die Produktoptimierung ein.

Eine anfänglich bestehende Schadensquote von unter 1%, die weitestgehend auf Verarbeitungs- / Montagefehler zurückzuführen war, konnte durch zahlreiche Feldversuche und einer intensiven Auseinandersetzung mit der Technik weiter gesenkt werden. Die Technik hat sich als praxistaugliche Ergänzung zum konventionellen Schweißverfahren erwiesen.

Alle Einbauten werden bei den ​SWP​ im internen GIS-System georeferenziert erfasst und dokumentiert. Zusätzlich werden die verbauten Trassenabschnitte durch ein im Fernwärmerohr vorhandenes Leckortungssystem überwacht.

Bei den ​SWP​ haben Tobias Engelien, Bernd Braun und Ruven Bullert in enger Zusammenarbeit der Abteilungen Betrieb und Planung die Umsetzung maßgeblich vorangetrieben.

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