Wasserwerk Friedrichsberg

Schon gewusst?

2024 feiert unser Wasserwerk Friedrichsberg sein 125-jähriges Jubiläum! Um das zu feiern, wird es zwischen März und Juli immer wieder kleine Aktionen geben.

Auf unseren Social Media Kanälen kündigen wir die Aktionen an – schauen Sie gerne vorbei.

Seit Juli 2018 steht im Wasserwerk Friedrichsberg eine der modernsten und innovativsten Trinkwasseraufbereitungsanlagen des Landes: Sie sichert zum einen die noch unabhängigere Versorgung von Pforzheim mit Trinkwasser aus den Enzauen und macht Pforzheim unabhängiger vom Bodenseewasser.

Zum anderen sorgen wir künftig für eine noch niedrigere Wasserhärte in ganz Pforzheim. Das Wasser aus den Enzauebrunnen wird mit der Ultrafiltrationsanlage zunächst von Trübstoffen, Viren und Bakterien befreit. Anschließend werden mit der Umkehrosmoseanlage im oberen Stockwerk des Gebäudes Kalkbildner wie Calcium, Magnesium und Kalium entfernt. Zu guter Letzt mischen wir das Trinkwasser mit dem Wasser aus anderen Brunnenreihen und leiten es ins Pforzheimer Trinkwassernetz.

Durch die innovative Aufbereitung wird das Leitungs- bzw. Trinkwasser statt 14 °dH nur noch maximal 9 °dH haben. Das ist nicht nur für Haut, Haare und Textilien gut, sondern schont auch die Umwelt und spart bares Geld durch die Reduktion von Wasch- und Spülmittel.

Ausgezeichnete Wasserstrategie

Mit der wasserwirtschaftlichen Strategie wollen wir zum einen Resilienzen für absehbare Aus­wirkungen des Klima­wandels schaffen, zum anderen unseren Teil dazu beitragen, die CO2-Emissionen der Trinkwasser­produktion zu senken, aktiven Umwelt­schutz zu be­treiben und den hier lebenden Men­schen den seit 2010 als Menschen­recht anerkannten Zugang zu sauberem Trink­wasser zu gewährleisten.

Um krisenfest und regional unabhängiger zu werden, werden wir die Eigenwasser­quote erhöhen. Bis zum Jahr 2030 sollen 70 % des Trink­wassers für die Region aus der Region kommen. Die Opti­mierung und der Ausbau unserer Wasserleitungs­netze sind ein weiterer Bau­stein, um die Versorgungs­sicherheit zu gewährleisten.

Den Eigenwasseranteil steigern wir auf mehreren Wegen: Wir leben in einem sehr ergiebigen Quell­gebiet mit ausreichenden Wasser­ressourcen, die neu erschlossen, optimiert oder wieder reaktiviert werden. So beispiels­weise die Quellen im Grössel­tal, die durch die Sanierung der Transport­leitung am Wasser­leitungsweg jetzt wieder für die Trinkwasser­einspeisung genutzt werden können.

Im Bereich Grundwasser werden wir den vorbeugenden Wasserschutz verbessern und die Wasserneubildung vorantreiben, z.B. indem wir Flächen erwerben, entsiegeln und renaturieren, um zusätzliche Sickerflächen für Niederschlagswasser zu schaffen. Eine zentrale Rolle hat die hochmoderne Wasseraufbereitung in unserem Wasserwerk Friedrichsberg mit seiner Ultrafiltrationsanlage. Hier können wir vor Ort gewonnenes Rohwasser viren-, hormon-, nitrat- und keimfrei reinigen und auf den optimalen Härtegrad einstellen.

So funktioniert die Ultrafiltration

Das Kernstück der Wasseraufbereitung im Wasserwerk Friedrichsberg ist die Ultrafiltrationsanlage: Ihre 64 Module sind mit feinsten Hohlfasermembranen ausgestattet, die 5000 Mal feiner sind, als ein menschliches Haar. Sie filtern selbst kleinste Trübstoffe, Keime und Bakterien aus dem Trinkwasser. Die regelmäßige Rückspülung mit einem Luft-Wasser-Gemisch reinigt die Membranen von Rückständen.

So funktioniert die Umkehrosmose

Das bereits filtrierte Wasser wird mit hohem Druck durch eine semipermeable Membran gepresst, also eine Trennschicht, die nur in eine Richtung durchlässig ist. Nur die elektronenmikroskopisch kleinen Wassermoleküle können diese Sperre passieren, während Calcium, Kalium und Magnesium, aber auch Nitrate vor allem aus der Landwirtschaft oder im Wasser natürlich enthaltene Uransalze hängenbleiben.